Samsung plant 648-Milliarden-Dollar-Investition für Südkoreas KI-Boom
Die Samsung Group will 1.000 Billionen Won über zehn Jahre in Südkorea investieren – und damit den KI-Boom zum nationalen Wachstumsmotor machen.

Die Samsung Group plant, am Montag Investitionen in Höhe von 1.000 Billionen Won – umgerechnet rund 648 Milliarden US-Dollar – für Südkorea über einen Zeitraum von zehn Jahren anzukündigen. Das berichtet die Maeil Business Newspaper. Ziel ist es, den globalen KI-Boom in einen landesweiten Wachstumsmotor für Südkorea zu verwandeln.
Spitzenmanager von Samsung Electronics und SK Hynix werden demnach an einem Treffen mit Präsident Lee Jae Myung teilnehmen und Investitionspläne für Regionen außerhalb von Seoul vorstellen. Beide Unternehmen haben durch die anhaltend starke Nachfrage nach Chips im Zuge des KI-Booms enorme Gewinne erzielt. Samsung und SK Hynix lehnten eine offizielle Stellungnahme ab.
Die geplanten Investitionen von Samsung sollen laut dem Bericht Ausgaben für KI-Rechenzentren, Batterien und Displays umfassen. Besonders bedeutsam ist eine potenzielle Initiative im Wert von 300 Billionen Won zum Bau von Chipfabriken im Südwesten des Landes.
Drei Megaprojekte für den nationalen Aufschwung
Das Präsidialamt kündigte an, am Montag „drei Megaprojekte" vorzustellen, um einen nationalen Sprung nach vorn voranzutreiben. Politikberater Kim Yong-beom erklärte, die Pläne – die Halbleiter, KI-Rechenzentren und Robotik umfassen – würden gemeinsam von Regierung und Industrie dargelegt, wobei erhebliche Investitionen erwartet werden.
Südkorea nimmt in der globalen KI-Wertschöpfungskette eine Schlüsselrolle ein: Das Land dominiert die weltweite Produktion von High-End-Speicherchips, die als entscheidende Komponenten in KI-Rechenzentren gelten. Die Samsung Group ist Südkoreas größtes Konglomerat mit Samsung Electronics als Kernunternehmen. Weitere bedeutende Konzerngesellschaften sind der Batteriehersteller Samsung SDI und das IT-Dienstleistungsunternehmen Samsung SDS.
Hintergrund der Investitionspläne ist auch der wachsende Platzmangel rund um Seoul. Politikberater Kim erklärte, dass SK Hynix und Samsung Projekte, die ursprünglich für die 2040er Jahre geplant waren, möglicherweise auf die Mitte der 2030er Jahre vorziehen müssen. Die KI-getriebene Nachfrage nach Speicherchips wachse schneller als erwartet, und in der Hauptstadtregion fehle es an Platz sowie an ausreichender Strom- und Wasserversorgung für Erweiterungen.
Politischer Streit um Standortentscheidungen
Die Pläne sind nicht unumstritten. Oppositionspolitiker bezeichnen das Vorhaben als politisch motiviert und werfen der Regierung vor, Unternehmen zu Investitionen in der südwestlichen Hochburg der Regierungspartei zu drängen – noch bevor der parteiinterne Führungswettbewerb beginnt. Lees Zustimmungswerte sind laut Gallup Korea zuletzt auf 51 Prozent gefallen, den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt im Juni des Vorjahres.
Auch Experten äußern Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines Chip-Zentrums im Südwesten. Kim Tae-yun, Professor für Verwaltung an der Hanyang-Universität, warnt: „Die Sicherung von Fachkräften wird im Südwesten extrem schwierig sein, und das wird darüber entscheiden, ob das Projekt Erfolg hat oder scheitert." Er ergänzt: „Sofern keine wirklich hochmoderne Fabrik gebaut wird, wird die lokale wirtschaftliche Auswirkung begrenzt sein – es besteht die Gefahr, dass es kaum mehr als ein Bauprojekt und eine Immobilienförderung wird."
Sorgen gibt es auch in bestehenden Chipstandorten wie Icheon, wo SK Hynix große Werke betreibt. Jo Jun-taek, Leiter einer Bürgergruppe in Icheon, befürchtet: „Der Großteil der Steuereinnahmen der Stadt stammt aus dem Chipwerk von SK, und unser Wohlstand hängt davon ab. Wenn ein neues Cluster entsteht, glauben wir, dass SK wahrscheinlich die Produktion hier drosseln und das Werk schließlich schließen wird. Das würde zu einer Abwanderung führen – die Stadt würde zu einer Geisterstadt werden."
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Zur AktienanalyseRegionale Ungleichgewichte als politischer Brennpunkt
Präsident Lee verfolgt einen Plan zur Einrichtung von „fünf regionalen Zentren und drei speziellen autonomen Provinzen", um ein Gegengewicht zur Dominanz des Raums Seoul zu schaffen. Die Hauptstadtregion machte im Jahr 2024 rund 52,8 Prozent des südkoreanischen Bruttoregionalprodukts aus. Die wirtschaftliche Disparität zeigt sich besonders deutlich in Gwangju – einer wichtigen Stadt im Südwesten mit einer der kleineren Regionalwirtschaften des Landes und einer unterdurchschnittlichen Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung. Lokale Medien berichteten, dass Samsung Electronics Gwangju als potenziellen Investitionsstandort in Betracht zieht.
Die Regionalpolitik rund um Halbleiterinvestitionen war bereits im Vorfeld der Kommunalwahlen in Südkorea am 3. Juni ein zentrales Thema. Kandidaten in mehreren Regionen haben ihre Gebiete offensiv als nächstes Halbleiterzentrum beworben. Die Vorschläge reichten laut lokalen Medien von einem 500 Billionen Won teuren Chip-Komplex im Südwesten bis hin zu erweiterten Clustern in verschiedenen Regionen des Landes.

