Samsung-Gewerkschaft stimmt über historische Lohnvereinbarung ab
Rund 89.000 Mitglieder zweier Samsung-Gewerkschaften entscheiden bis zum 27. Mai über eine vorläufige Einigung mit dem Konzern.

Die Gewerkschaft von Samsung Electronics hat am Freitag eine Abstimmung über eine vorläufige Lohnvereinbarung gestartet. Rund 89.000 Mitglieder zweier Samsung-Gewerkschaften können bis zum 27. Mai elektronisch über die Einigung abstimmen. Die Abstimmung begann mit einer kurzen Verzögerung um 14:12 Uhr Ortszeit (05:12 Uhr GMT), nachdem es zunächst zu einer Serverüberlastung gekommen war.
Die Gewerkschaftsführung hatte am Mittwoch in letzter Minute eine Einigung mit Samsung erzielt und damit einen drohenden 18-tägigen Streik abgewendet. Dieser hätte nach Einschätzung von Beobachtern die weltweite Halbleiter-Lieferkette ernsthaft gefährden können. Samsung gehört zu den weltweit größten Produzenten von Speicher- und Logikchips und nimmt damit eine Schlüsselrolle in der globalen Technologieversorgung ein.
Details zur Lohnvereinbarung
Die erzielte Vereinbarung sieht vor, dass Samsung rund 10,5 Prozent des operativen Gewinns seiner Chipsparte für Sonderboni zurückstellt. Betroffen sind die Bereiche Speicher- und Logikchips. Einige Mitglieder sollen dabei Boni in Höhe von rund 416.000 US-Dollar erhalten.
Für die Annahme der Vereinbarung gelten klare Hürden: Es müssen eine Mehrheit aller Mitglieder an der Abstimmung teilnehmen, und zusätzlich muss eine Mehrheit der Abstimmenden der Einigung zustimmen. Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, müssen die Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und Unternehmen von Grund auf neu begonnen werden.
Gewerkschaft rechnet mit Ratifizierung
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Zur AktienanalyseEin Gewerkschaftsführer äußerte sich zuversichtlich und erklärte, er erwarte eine Ratifizierung der Vereinbarung durch die Mitglieder. Die Abstimmung läuft bis zum 27. Mai um 10:00 Uhr Ortszeit. Das Ergebnis dürfte nicht nur für Samsung selbst, sondern auch für die gesamte Halbleiterbranche von Bedeutung sein, da ein erneuter Streik die ohnehin angespannten globalen Lieferketten weiter belasten würde.
Für deutsche Anleger und Technologieunternehmen ist die Entwicklung bei Samsung besonders relevant: Der südkoreanische Konzern beliefert zahlreiche europäische und deutsche Hersteller mit Chips und Speicherbausteinen, die in Automobilen, Industrieanlagen und Konsumgeräten verbaut werden. Eine Stabilisierung der Arbeitsverhältnisse bei Samsung wäre daher ein positives Signal für die gesamte Branche.


