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Samsung-Aktie: Analyst sieht langfristige Kaufgelegenheit nach Ausverkauf

KB Securities stuft den 30-Prozent-Rückgang bei Samsung Electronics als übertriebene Reaktion ein – die Fundamentaldaten bleiben intakt.

Samsung-Aktie: Analyst sieht langfristige Kaufgelegenheit nach Ausverkauf

Die südkoreanische Investmentbank KB Securities hat Anleger am Mittwoch darauf hingewiesen, dass der jüngste Kursrückgang bei Samsung Electronics eine langfristige Kaufgelegenheit darstellt. Analyst Jeff Kim argumentiert, dass der Ausverkauf nicht auf eine Verschlechterung der Fundamentaldaten zurückzuführen ist, sondern vielmehr eine Abschwächung der Anlegerstimmung widerspiegelt. Samsung Electronics ist demnach um rund 30 Prozent gegenüber seinem vorherigen Höchststand gefallen.

Als Auslöser für den Rückgang nennt Kim Sorgen über eine mögliche Verlangsamung der KI-Investitionen. KB Securities widerspricht dieser Einschätzung jedoch klar: „Sowohl die langfristigen Wachstumsaussichten für den Sektor der KI-Infrastruktur als auch die wichtigste Branchenkennzahl – die Chipknappheit – sind im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben." Die Kurskorrektur sei demnach eher durch „übertriebene Sorgen als durch eine Beeinträchtigung der Fundamentaldaten" getrieben.

Historischer Chipmangel bis 2028 erwartet

KB Securities geht in seiner Analyse noch einen Schritt weiter und zeichnet ein markantes Bild für die kommenden Jahre. Das Unternehmen erwartet, dass der Chipmangel im Jahr 2027 „der schlimmste in der 70-jährigen Geschichte der Halbleiterindustrie" sein wird. Dieser Engpass dürfte laut KB Securities mindestens bis ins Jahr 2028 anhalten.

Als strukturellen Grund nennt Analyst Kim die aggressiven Investitionsausgaben der Branche, die stark auf HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) ausgerichtet sind. Diese Fokussierung begrenzt die Möglichkeiten, die Produktionskapazitäten für herkömmlichen Standard-DRAM-Speicher auszuweiten. Konkret erwartet Kim, dass der Anteil von HBM an der weltweiten DRAM-Wafer-Produktion von 15 Prozent im Jahr 2026 auf 34 Prozent im Jahr 2027 steigen wird. Neue Kapazitäten fließen damit weitgehend in HBM statt in klassische Speicherlösungen.

KI-Rechenzentren als zusätzlicher Wachstumstreiber

Neben dem strukturellen Chipmangel verweist Kim auf einen weiteren wichtigen Katalysator: den beschleunigten Ausbau von KI-Rechenzentren in den USA. Die Federal Energy Regulatory Commission hat die Verfahren für den Netzanschluss beschleunigt, wodurch sich die Vorlaufzeiten von bisher fünf Jahren auf nur noch ein bis zwei Jahre verkürzt haben. Laut Kim sollte dies das Tempo beim Ausbau von KI-Rechenzentren verdoppeln.

Als konkretes Beispiel für den Investitionsboom nennt der Analyst die Pläne von Meta, bis zum Jahr 2027 eine KI-Recheninfrastruktur mit einer Kapazität von 14 Gigawatt aufzubauen. Solche Großprojekte treiben die Nachfrage nach Hochleistungsspeichern wie HBM massiv an und stützen die langfristige Wachstumsthese für Speicherchiphersteller wie Samsung Electronics.

Für deutsche Anleger, die den Speicherchipsektor im Blick haben, liefert die Analyse von KB Securities damit ein klares Signal: Der aktuelle Kursrückgang bei Samsung könnte weniger ein Warnsignal als vielmehr ein Einstiegsfenster sein – vorausgesetzt, der strukturelle Trend hin zu KI-getriebener Infrastruktur setzt sich wie erwartet fort.

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