Sam Bankman-Fried scheitert mit Berufung gegen FTX-Betrugsurteil
Das US-Berufungsgericht bestätigt einstimmig die 25-jährige Haftstrafe des FTX-Gründers wegen Milliardenbetrugs.

Sam Bankman-Fried ist am Freitag mit seinem Versuch gescheitert, seine Verurteilung wegen Betrugs und die damit verbundene 25-jährige Haftstrafe anzufechten. Ein dreiköpfiges Richtergremium des US-Berufungsgerichts für den zweiten Bezirk in Manhattan wies seine Berufung einstimmig zurück. Die Beweise der Staatsanwaltschaft gegen den FTX-Gründer seien „vorsichtig ausgedrückt, robust" gewesen, erklärte das Gericht.
Bezirksrichter Barrington Parker fasste das Kernproblem in seiner schriftlichen Begründung prägnant zusammen: „Während er Kunden, Investoren und Aufsichtsbehörden öffentlich versicherte, dass die Kundengelder bei FTX sicher seien, nutzte er FTX gleichzeitig als sein persönliches Sparschwein und gab Kundengelder für Immobilien, politische Spenden und Investitionen aus."
Der Vorwurf: Betrug von epischem Ausmaß
Bankman-Fried war im Oktober 2023 von einer Bundesjury in Manhattan in sieben Anklagepunkten für schuldig befunden worden – darunter zwei Anklagepunkte wegen Betrugs und fünf wegen Verschwörung. Die Staatsanwaltschaft der US-Staatsanwaltschaft in Manhattan warf ihm vor, insgesamt 8 Milliarden US-Dollar von FTX-Kunden gestohlen zu haben, um Verluste bei seinem auf Kryptowährungen spezialisierten Hedgefonds Alameda Research auszugleichen. Die Ankläger bezeichneten dies als „Betrug von epischem Ausmaß". Im März 2024 wurde Bankman-Fried zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Bankman-Fried selbst hatte stets auf nicht schuldig plädiert. Bei seinem Prozess räumte er zwar Fehler bei der Führung von FTX ein, bestritt jedoch, jemals Gelder gestohlen zu haben. Sein Verteidigungsteam argumentierte in der Berufung, dass der vorsitzende Richter Lewis Kaplan ihn zu Unrecht daran gehindert habe, Beweise vorzulegen, die seine Überzeugung stützten, FTX habe über ausreichend Mittel verfügt, um Kundenabhebungen zu decken.
Das Berufungsgericht widersprach dieser Argumentation jedoch klar. Es verwies auf einen rechtlichen Präzedenzfall, wonach Betrug in dem Moment eintritt, in dem ein Angeklagter jemanden dazu verleitet, Geld oder Eigentum auszuhändigen – selbst wenn der Angeklagte beabsichtigt, das Opfer später zu entschädigen. „FTX-Kunden wurden betrogen, sobald Bankman-Fried ihr Geld an Alameda überwies, ungeachtet dessen, wie fest er daran glaubte, das Geld später zurückgeben zu können", schrieb Richter Parker.
Mögliche nächste Schritte: Supreme Court und Begnadigungsgesuch
Die Anwälte von Bankman-Fried reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Als nächste rechtliche Schritte kämen eine Anhörung vor allen aktiven Richtern des zweiten Bezirks oder eine Klage vor dem Obersten Gerichtshof der USA in Betracht. Parallel dazu bemüht sich Bankman-Fried laut dem Büro für Begnadigungsanträge des US-Justizministeriums um eine Begnadigung durch Präsident Donald Trump. Weder das Weiße Haus noch das Justizministerium äußerten sich dazu.
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Zur AktienanalyseVor dem spektakulären Zusammenbruch von FTX im Jahr 2022 galt Bankman-Fried als einer der einflussreichsten Akteure der Kryptobranche und war Multimilliardär. Seinen Ruf pflegte er durch großzügige philanthropische und politische Spenden. Bei der Urteilsverkündung im März 2024 stellte Richter Kaplan fest, Bankman-Fried habe gewusst, dass sein Handeln falsch war, aber „eine sehr schlechte Wette auf die Wahrscheinlichkeit eingegangen, erwischt zu werden".
Drei ehemalige enge Mitarbeiter von Bankman-Fried bekannten sich wegen ihrer Beteiligung schuldig und sagten im Prozess gegen ihren früheren Chef aus. Bankman-Fried sitzt derzeit in einem Bundesgefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe in der Nähe von Santa Barbara in Kalifornien. Eine früheste Entlassung wäre erst im Jahr 2044 möglich.


