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Salesforce, Costco und PCE-Daten: Das erwartet Anleger nächste Woche

Eine verkürzte Handelswoche an der Wall Street bringt wichtige Quartalszahlen und Inflationsdaten für Anleger.

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Salesforce, Costco und PCE-Daten: Das erwartet Anleger nächste Woche

Die kommende Börsenwoche ist zwar feiertagsbedingt auf vier Handelstage verkürzt, doch die Agenda hat es in sich. Quartalsergebnisse von Salesforce und Costco sowie der wichtige PCE-Inflationsbericht der US-Notenbank Federal Reserve stehen auf dem Programm. Drei große Marktdebatten rücken dabei in den Fokus: Verdrängt künstliche Intelligenz klassische Software? Wie stabil ist der US-Konsument? Und wohin entwickelt sich die Inflation?

Salesforce: KI-Plattform Agentforce im Rampenlicht

Salesforce berichtet am Mittwochabend seine Quartalszahlen. Die Aktie steht seit dem letzten Ergebnisbericht Ende Februar unter Druck. Sorgen, dass künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell des CRM-Riesen gefährden könnte, halten an – zuletzt untermauert durch eine Verkaufsempfehlung der Bank of America in der vergangenen Woche.

Im Mittelpunkt steht die KI-Plattform Agentforce, mit der Unternehmen autonome KI-Agenten erstellen können, die mit begrenztem menschlichem Eingreifen agieren. Im Februar erzielte Agentforce einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 800 Millionen US-Dollar – rund 2 % des Gesamtumsatzes – und verzeichnete seit der Markteinführung mehr als 29.000 abgeschlossene Verträge. Entscheidend wird sein, wie stark diese Zahlen gewachsen sind.

Daneben beobachten Investoren das verlangsamte Wachstum im klassischen, nutzerbasierten Lizenzgeschäft. Besonderes Augenmerk gilt der sogenannten Current Remaining Performance Obligation (cRPO), die den vertraglich vereinbarten Umsatz der nächsten zwölf Monate misst. Das organische cRPO-Wachstum von 9 % im letzten Quartal enttäuschte leicht. Die Prognose für das April-Quartal lag ebenfalls bei organischen 9 % beziehungsweise 13 % inklusive eines 4-Prozentpunkt-Vorteils aus der Informatica-Übernahme. Bei den operativen Margen erwartet der FactSet-Konsens 33,4 % – eine Ausweitung um 1,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Zusätzlich führt Salesforce mit diesem Bericht neue Berichtssegmente ein und reduziert deren Anzahl von fünf auf zwei. Das Unternehmen stellt die Zahlen vorerst in beiden Formaten bereit. Analysten dürften das Management im Earnings Call nach den Beweggründen befragen. Der Wall-Street-Konsens laut LSEG: Umsatz von 11,05 Milliarden US-Dollar und ein Gewinn je Aktie (EPS) von 3,12 US-Dollar.

Costco: Konsumstimmung und Mitgliedschaftstrends

Am Donnerstagabend folgen die Quartalszahlen von Costco. Da der Einzelhandelsriese monatlich Umsatzdaten veröffentlicht, steht der Gesamtumsatz weniger im Fokus. Anleger achten stattdessen auf Gewinnmargen, Mitgliedschaftsverlängerungsraten, flächenbereinigtes Umsatzwachstum und die Aussagen des Managements zum Konsumverhalten.

Besonders die Erneuerungsrate in den USA ist ein Thema, da diese in den vergangenen Quartalen leicht zurückgegangen ist. Hintergrund: Costco wirbt verstärkt um Online-Anmeldungen, die eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Kunden, die sich digital registrieren, verlängern ihre Mitgliedschaft jedoch seltener als jene, die sich direkt im Markt angemeldet haben. Das Unternehmen hat Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenbindung ergriffen, etwa gezieltes Marketing.

Hohe Benzinpreise könnten Costco dabei sogar in die Karten spielen. Das Unternehmen bietet in der Regel die günstigsten Kraftstoffpreise in der jeweiligen Region an, was die Kundenfrequenz erhöht. Wie Analysten von JPMorgan zuletzt schrieben: „Wann immer die Benzinpreise in die Höhe schießen, wird eine Costco-Mitgliedschaft attraktiver, ebenso wie die Kreditkarte mit 5 % beziehungsweise 4 % Cashback auf Benzinkäufe." Wer zum Tanken kommt, kauft meist auch Vorräte und Lebensmittel ein. Der LSEG-Konsens: Umsatz von 69,73 Milliarden US-Dollar und ein EPS von 4,93 US-Dollar.

PCE-Inflationsdaten: Fed in der Zwickmühle

Das makroökonomische Highlight der Woche ist der PCE-Bericht am Donnerstag – der von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsindikator. Ökonomen erwarten laut FactSet einen Anstieg des Gesamtindex um 3,8 % gegenüber dem Vorjahr. Die Kernrate, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, soll demnach um 3,3 % gestiegen sein.

Angesichts eines Ölpreises nahe der 100-Dollar-Marke sind die Chancen auf eine Zinssenkung der Fed in diesem Jahr geschwunden. Die zentrale Frage lautet nun: Kann zumindest eine weitere Zinserhöhung vermieden werden? Steigende Kraftstoffkosten und reagierende Anleiherenditen bringen die Notenbank in eine schwierige Lage. Gleichzeitig zeigten zuletzt mehrere große US-Einzelhändler, dass der Konsument bereits unter Druck steht und sein Kaufverhalten verändert.

Darin liegt das Dilemma der Fed: Ein belasteter Konsument deutet auf eine abkühlende Wirtschaft hin – denn die privaten Konsumausgaben machen rund zwei Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts aus. Höhere Zinsen zur Inflationsbekämpfung würden diesen Druck weiter verschärfen. Die Datenlage der kommenden Woche dürfte die Debatte über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank neu entfachen.

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