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Saks Global insolvent: Chanel und Kering unter Hauptgläubigern

Der US-Luxuskaufhaus-Gigant Saks Global hat Insolvenz angemeldet. Mit 3,4 Milliarden Dollar Schulden zählen europäische Luxusmarken wie Chanel und Kering zu den größten Gläubigern.

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Saks Global insolvent: Chanel und Kering unter Hauptgläubigern

Der traditionsreiche US-Kaufhauskonzern Saks Global, Muttergesellschaft von Saks Fifth Avenue, Bergdorf Goodman und Neiman Marcus, hat am Dienstag Insolvenz nach Chapter 11 angemeldet. Dies markiert einen der größten Zusammenbrüche im Luxuseinzelhandel der vergangenen Jahre – nur rund ein Jahr nach der Fusion der drei Luxuskaufhäuser.

Die Insolvenz erfolgte, nachdem dem 159 Jahre alten Unternehmen die Liquidität ausging und keine Investoren für eine Rettungsfinanzierung gefunden werden konnten. Das Chapter-11-Verfahren gibt Saks Global nun die Möglichkeit, sich neu zu strukturieren und einen Käufer zu finden.

3,4 Milliarden Dollar Schulden – Chanel größter Gläubiger

Saks Global schuldet seinen Gläubigern insgesamt 3,4 Milliarden US-Dollar. Allein die 30 größten unbesicherten Gläubiger haben Forderungen von 712 Millionen Dollar angemeldet. An der Spitze steht die französische Luxusmarke Chanel mit 136 Millionen Dollar, gefolgt vom Gucci-Eigentümer Kering mit 60 Millionen Dollar.

Weitere prominente europäische Luxuskonzerne unter den Hauptgläubigern sind Mayhoola (Valentino), Richemont, Zegna, LVMH, Brunello Cucinelli und Burberry. Auch Tech-Giganten wie Meta und Alphabet's Google stehen auf der Gläubigerliste.

Die Höhe der Forderungen hängt davon ab, ob die Marken ihre Waren auf Großhandelsbasis verkauften – wobei Saks Eigentümer wurde – oder auf Konsignationsbasis, bei der die Marken Eigentümer bleiben.

Schuldenfinanzierte Übernahme als Auslöser

Die Probleme verschärften sich nach der schuldenfinanzierten Übernahme von Neiman Marcus für 2,7 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Die erhoffte Trendwende blieb aus. Stattdessen stellte Saks erneut Zahlungen an Lieferanten ein, was zu Sortimentsrückgängen und sinkenden Umsätzen führte.

Kurz vor der Insolvenz scheiterte das Unternehmen daran, eine dringend benötigte Überbrückungsfinanzierung von bis zu 1 Milliarde Dollar zu sichern. Ende Dezember hatte Saks bereits eine Zinszahlung an Anleihegläubiger versäumt.

Führungswechsel und 1,75 Milliarden Finanzierungszusage

Am Mittwoch gab Saks Global bekannt, eine Finanzierungszusage über 1,75 Milliarden Dollar erhalten zu haben. Gleichzeitig trat CEO Richard Baker, der die aggressive Akquisitionsstrategie verantwortete, zurück. Sein Nachfolger wird Geoffroy van Raemdonck, ehemaliger Chef der Neiman Marcus-Kette.

Luxusmarken reagieren verhalten optimistisch

Die Aktienkurse der betroffenen europäischen Luxuskonzerne zeigten sich am Mittwoch weitgehend stabil. Brunello Cucinelli, dem rund 21 Millionen Euro zustehen, äußerte "großes Vertrauen" in die Zukunft von Saks Global. Der Gründer betonte, Kaufhäuser seien weiterhin die "wahren Hüter der Marke".

Ermenegildo Zegna bezeichnete Saks als "wichtigen strategischen Partner" und erwarte eine Stärkung unter neuer Führung. Kering lehnte eine Stellungnahme ab, während Chanel, LVMH, Richemont, Burberry und Mayhoola zunächst nicht auf Anfragen reagierten.

Das Insolvenzverfahren wirft grundsätzliche Fragen über die Zukunft traditioneller Luxuskaufhäuser auf, die zunehmend unter dem Druck von E-Commerce und veränderten Konsumgewohnheiten leiden.

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