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Saks Global erhält 400 Millionen Dollar Insolvenzkredit

Ein US-Konkursrichter hat die Notfinanzierung für den Luxuswarenhauskonzern Saks Global genehmigt. Dies geschieht trotz massiver Einwände von Amazon, das eine Kapitalbeteiligung von 475 Millionen Dollar besitzt.

Saks Global erhält 400 Millionen Dollar Insolvenzkredit

Ein US-Insolvenzgericht in Houston hat am Mittwoch grünes Licht für eine Rettungsfinanzierung in Höhe von 400 Millionen Dollar für Saks Global gegeben. Richter Alfredo Perez wies dabei Einsprüche des Online-Giganten Amazon zurück und betonte, die Mittel seien entscheidend für die Stabilisierung des angeschlagenen Luxuswarenhauskonzerns.

Existenzbedrohende Liquiditätskrise

Mark Weinstein, Chief Restructuring Officer von Saks, machte bei der Anhörung deutlich: Ohne die neuen Mittel wäre das Unternehmen "auf verlorenem Posten". Die 400 Millionen Dollar sollen vorrangig zur Bezahlung der 17.000 Mitarbeiter und kritischer Lieferanten verwendet werden. Saks hatte erst am Dienstag Insolvenz mit Gesamtschulden von 3,4 Milliarden Dollar angemeldet.

Die genehmigte Kapitalspritze ist die erste Tranche eines Gesamtfinanzierungspakets, das Saks mit 1,75 Milliarden Dollar bewertet. Die Liquiditätskrise resultiert aus der gescheiterten Fusion mit Neiman Marcus, die zu massiven Problemen bei der Warenbeschaffung führte.

Kunden da, Ware fehlt

Die Anwältin des Unternehmens, Debra Sinclair, versicherte, alle Filialen blieben geöffnet. "Die Kunden sind da, und wir wissen das, weil wir die Waren verkaufen können, wenn wir sie in unseren Geschäften verfügbar haben", erklärte sie. Das Kernproblem sei nicht mangelnde Nachfrage, sondern unzureichende Lagerbestände aufgrund fehlender Liquidität.

Amazon sieht Investition in Gefahr

Amazon hatte vehement gegen die Finanzierungsvereinbarung protestiert. Der E-Commerce-Riese argumentierte, seine Kapitalbeteiligung von 475 Millionen Dollar werde durch das Insolvenzverfahren "wertlos". Amazons Anwältin Caroline Reckler äußerte "wenig bis gar kein Vertrauen" in eine erfolgreiche Sanierung.

Kritikpunkt von Amazon: Der neue Kredit beanspruche unrechtmäßig das Flaggschiff-Gebäude an der Fifth Avenue in Manhattan als Sicherheit. Diese Immobilie sei bereits für Zahlungen von bis zu 900 Millionen Dollar verpfändet, die Amazon für die gemeinsame Online-Plattform "Saks on Amazon" zustehen.

Millionenschulden bei Luxusmarken

Neben der Kreditgenehmigung erlaubte Richter Perez Saks, verspätete Zahlungen an Lieferanten nachzuholen. Das Unternehmen schuldet kritischen Zulieferern über 337 Millionen Dollar. Darunter befinden sich prominente Namen wie Chanel mit ausstehenden Forderungen von 136 Millionen Dollar und der Gucci-Eigentümer Kering mit 26 Millionen Dollar.

Strukturwandel im Luxussegment

Das traditionsreiche Kaufhaus, seit Jahrzehnten Anlaufstelle für Wohlhabende und Prominente, kämpft seit der Corona-Pandemie mit strukturellen Problemen. Wachsende Online-Konkurrenz und der Trend von Luxusmarken zum Direktvertrieb über eigene Stores setzen dem klassischen Warenhausmodell zu. Bereits im vergangenen Jahr hatten Lieferanten begonnen, Waren zurückzuhalten, nachdem Saks mit Zahlungen in Verzug geraten war.

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