Sainsbury's-Chef fordert staatliche Hilfe gegen steigende Energiekosten
Angesichts drohender Lebensmittelinflation von fast 10% bis Dezember verlangt Sainsbury's-CEO Simon Roberts Regierungsunterstützung für den gesamten Lebensmittelsektor.

Sainsbury's-Chef Simon Roberts hat die britische Regierung aufgefordert, den Lebensmittelsektor angesichts massiv gestiegener Energiekosten zu unterstützen. Roberts machte seinen Appell am Donnerstag nach der Bekanntgabe der Jahresergebnisse des Supermarktkonzerns öffentlich. Hintergrund ist der starke Anstieg der Energiepreise infolge der US-israelischen Angriffe auf den Iran, die Ende Februar begannen.
Großbritannien ist von den gestiegenen Energiepreisen in besonderem Maße betroffen. Die britische Finanzministerin Rachel Reeves betonte, ihr Schwerpunkt während des Krieges liege darauf, die Kosten für Verbraucher und Unternehmen niedrig zu halten. Roberts verwies darauf, dass andere energieintensive Industriezweige bereits staatliche Unterstützung erhalten hätten – und forderte nun dasselbe für den Lebensmittelbereich.
Gesamte Lieferkette unter Druck
Der Sainsbury's-CEO betonte, dass nicht nur der Einzelhandel, sondern die gesamte Wertschöpfungskette Hilfe benötige. Dazu zählen laut Roberts Landwirte, Erzeuger, Produzenten, Hersteller und Einzelhändler gleichermaßen. „Das Wichtigste, was die Regierung tun könnte, um die Lebensmittelpreise stabil zu halten, ist sicherzustellen, dass die Energiekosten der Branche nicht schneller steigen", sagte Roberts gegenüber Journalisten.
Er ergänzte: „Jetzt ist der Zeitpunkt für die Regierung, wirklich zu prüfen, was sie tun kann. Es ist an der Zeit zu untersuchen, was in den Bereichen Landwirtschaft, Produktion, Verarbeitung und Einzelhandel möglich ist." Sainsbury's hält mit einem Marktanteil von 15,6 % die zweite Position im britischen Lebensmittelmarkt, hinter dem Branchenführer Tesco.
Lebensmittelinflation auf dem Vormarsch
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit des Appells: Die Lebensmittelinflation im Vereinigten Königreich stieg laut offiziellen Daten im März auf 3,7 %. Die Food and Drink Federation warnte darüber hinaus, dass die Lebensmittelpreise bis Dezember um nahezu 10 % steigen könnten – eine Prognose, die erheblichen Druck auf britische Haushalte bedeuten würde.
Tesco, der größte britische Lebensmittelhändler, erklärte vergangene Woche, diese Zahl nicht anzuerkennen. Sainsbury's hingegen hält an seiner Linie fest: Roberts betonte, der Fokus des Unternehmens liege weiterhin darauf, die Preise für Kunden so niedrig wie möglich zu halten. Für deutsche Verbraucher und Anleger ist die Entwicklung in Großbritannien ein Frühindikator: Ähnliche Energiepreisschocks könnten auch hierzulande den Lebensmitteleinzelhandel unter Druck setzen.


