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Saharastaub erreicht Europa: Luftqualität in Deutschland verschlechtert sich

Feine Staubpartikel aus der westlichen Sahara belasten seit Anfang März die Luft über Westeuropa und dem Mittelmeer.

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Saharastaub erreicht Europa: Luftqualität in Deutschland verschlechtert sich

Staubwolken aus der westlichen Sahara haben sich in der ersten Märzwoche über dem Mittelmeer und Teilen Westeuropas niedergelassen. Der europäische Überwachungsdienst Copernicus berichtete von dem Phänomen, das in dieser Frühlingssaison besonders ausgeprägt auftrat. Betroffen sind unter anderem Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Großbritannien und Irland.

Die feinen Staub- und Mineralpartikel verbinden sich dabei mit Ammoniak- und anderen Stickstoffverbindungs-Emissionen, die typischerweise mit der Düngerausbringung im Frühjahr einhergehen. Daraus entstehen Aerosole, die die Luftqualität erheblich beeinträchtigen. Stabile Wetterbedingungen – kalte Morgentemperaturen und wärmere Tagestemperaturen – verstärken diesen Prozess zusätzlich. Ein gleichzeitiger Anstieg der Pollenkonzentration verschlechtert die Situation weiter.

Gesundheitsrisiken durch Feinstaubbelastung

Die Staubwolken aus Nordafrika verursachten Anfang März einen trüben Himmel und vorübergehende Spitzenwerte bei der sogenannten PM10-Materie. Dabei handelt es sich um Partikel mit einem Durchmesser von 10 Mikrometern oder weniger – das entspricht etwa einem Fünftel der Breite eines menschlichen Haares. Diese winzigen Partikel können Atemwegsprobleme, Augenreizungen und Herzerkrankungen verursachen.

Laurence Rouil, Direktorin des Copernicus Atmosphere Monitoring Service, wies darauf hin, dass in den letzten Wochen auch Schwankungen bei der Verschmutzung durch Hausheizungen und Biomasseverbrennung in ganz Europa zu verzeichnen waren. Diese Emissionen vermischten sich mit dem Saharastaub und verschlechterten die Luftqualität zusätzlich. Copernicus prognostizierte für die betroffenen Tage einen weiteren Anstieg der Feinstaubkonzentration.

Auch die US-Raumfahrtbehörde NASA beschäftigte sich mit dem Thema und griff Forschungsergebnisse über häufigere und intensivere Staubereignisse auf, die Europa in den letzten Jahren betrafen. Als Ursachen wurden mehrere Faktoren identifiziert: trockenere Bedingungen als üblich im Nordwesten Afrikas sowie Wettermuster, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden könnten. Diese Muster treiben Wüstenwinde häufiger nach Norden.

Datenvisualisierung mit Copernicus-Satellitendaten

Für die Visualisierung des Phänomens wurden Staub-Aerosol-Prognosedaten des Copernicus Atmospheric Monitoring Service (CAMS) vom 5. März heruntergeladen. CAMS wird vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage verwaltet und stellt Daten in den Formaten GRIB (GRIdded Binary) und NetCDF (Network Common Data Form) bereit. Diese Formate speichern Rasterdaten mit regelmäßig aufgezeichneten Werten, wobei jedes Pixel ein bestimmtes geografisches Gebiet repräsentiert.

Die Datendatei vom 5. März enthielt 121 Ebenen, sogenannte Bänder, die jeweils einen Vorhersageschritt von der ersten Stunde bis zu 120 Stunden (fünf Tage) im Voraus abbilden. Mithilfe der Geoinformationssoftware QGIS und eines in der Programmiersprache R geschriebenen Skripts wurden die Daten aufbereitet und visualisiert. Dabei wurde ein Farbverlauf angewendet, bei dem kleinere Staubwerte in helleren und größere Werte in dunkleren Farben erscheinen.

Globale Bedeutung des Saharastaubs

Das Phänomen des Saharastaubs beschränkt sich nicht auf Europa. Copernicus hat bereits früher darauf hingewiesen, dass diese Staubepisoden auch über dem Atlantik häufig vorkommen, wo sie eine Rolle für das Ökosystem des Ozeans und sogar für den Amazonas-Regenwald spielen können.

Die Auswirkungen dieses saisonalen Phänomens auf die öffentliche Gesundheit sind besonders relevant, da sich die atmosphärischen Bedingungen durch menschliche Aktivitäten und die globale Erwärmung verändern. Experten betonen daher die Notwendigkeit, diese Entwicklungen weiterhin genau zu beobachten. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Herzproblemen empfiehlt es sich in solchen Phasen, körperliche Aktivitäten im Freien zu reduzieren.

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