Saba Capital: Welche Investment Trusts stehen noch unter Druck?
Der US-Aktivist Saba Capital hält mehrere britische Investment Trusts weiterhin im Visier – mit teils drastischen Folgen für Anleger.

Rund 18 Monate nach dem Start seiner Kampagne gegen sieben britische Investment Trusts ist der US-Aktivist Saba Capital noch längst nicht aus dem Bild verschwunden. Der Hedgefonds-Manager hat bei den meisten seiner ursprünglichen Ziele bereits Ergebnisse erzwungen – doch einige Trusts kämpfen noch immer mit der Präsenz des Aktivisten in ihrem Aktionärsregister.
Der prominenteste Fall ist derzeit Baillie Gifford US Growth (LSE: USA). Saba hält laut jüngsten Offenlegungen rund 29% der Stimmrechte an diesem Trust und zählt damit zu dessen Großaktionären. Der Vorstand des Trusts überstand im vergangenen Jahr bereits ein Abwahlverfahren und wurde trotz des Widerstands von Saba wiedereingesetzt. USA erzielte zuletzt beträchtliche Renditen und ist an mehreren für 2026 erwarteten Großbörsengängen (IPOs) beteiligt. Dennoch gilt eine endgültige Lösung im Konflikt mit Saba als wahrscheinlich.
Saba erzwingt Ergebnisse bei ursprünglichen Zielen
Bei den übrigen sechs der ursprünglich sieben anvisierten Trusts hat Saba bereits konkrete Resultate erzielt. Beim Edinburgh Worldwide Trust (LSE: EWI) gelang es dem Aktivisten zuletzt, den Vorstand zu stürzen und die Übernahme des Anlageportfolios anzustreben. Herald Investment Trust (LSE: HRI) musste ein Übernahmeangebot (Tender Offer) durchführen und sich dem Aberdeen-Konzern anschließen, der ein Stillhalteabkommen mit Saba geschlossen hat – Herald wird jedoch in seiner ursprünglichen Form weiterbestehen.
Auch bei Impax Environmental Markets (LSE: IEM) gab es bedeutende Entwicklungen: Nach einem Übernahmeangebot, bei dem rund 80% der Aktien verkauft wurden, setzte Saba für den 17. Juni eine Abstimmung an, um den Vorstand der verbleibenden Einheit zu stürzen. Schroder UK Mid Cap (LSE: SCP), bei dem Saba etwa ein Fünftel der Stimmrechte hielt, kündigte Ende des vergangenen Monats ebenfalls ein Übernahmeangebot an. Saba stimmte zu, seine Aktien anzudienen, und verpflichtete sich zu einem dreijährigen Stillhalteabkommen.
Solche Stillhalteabkommen sind ein wiederkehrendes Muster in Sabas Vorgehen. Sie hindern den Aktivisten daran, über einen bestimmten Zeitraum bei einem bestimmten Fonds oder einer Fondsgruppe auf Veränderungen zu drängen. Saba hat derartige Vereinbarungen unter anderem mit BlackRock-Trusts und mit Aberdeen geschlossen.
Alternative Anlagen als nächste Ziele
Unter den verbleibenden Saba-Zielen befinden sich neben Fonds für kleinere Unternehmen auch Titel, die sich bereits in der Abwicklung befinden – darunter Crystal Amber (LSE: CRS) und SDCL Efficiency Income Trust (LSE: SEIT). Darüber hinaus hat sich Saba in Trusts mit weniger liquiden, alternativen Vermögenswerten wie Infrastruktur und Private Equity eingekauft. Für solche Fonds dürfte es schwieriger sein, Maßnahmen wie Übernahmeangebote durchzuführen.
Ein möglicher Ausweg zeigt sich am Beispiel von Life Science REIT (LSE: LABS): Dort kaufte ein Konkurrent den Fonds schlicht auf. In den betroffenen Sektoren sind die Abschläge auf den Nettoinventarwert (NAV) besonders hoch – im Bereich Renewable Energy Infrastructure liegt der durchschnittliche Abschlag laut der Association of Investment Companies (AIC) bei rund 27%, im Private-Equity-Sektor sogar bei 28%. Auch der Batteriefonds Gore Street Energy Storage Fund (LSE: GSF) und der Private-Equity-Riese Pantheon International (LSE: PIN) sind unter den verbleibenden Saba-Beteiligungen zu finden.
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Zur AktienanalyseGemischte Bilanz für Anleger
Die Präsenz von Saba in einem Aktionärsregister kann für Anleger durchaus positive Effekte haben. Sie kann Vorstände dazu veranlassen, Verbesserungen umzusetzen – von Aktienrückkäufen bis hin zur Aushandlung niedrigerer Verwaltungsgebühren. Zudem kann sie Anlegern einen Ausstieg aus einem Trust mit hohem Abschlag zu einem Preis nahe dem NAV ermöglichen.
Doch die Kehrseite zeigt das Beispiel Edinburgh Worldwide deutlich: Ein Trust kann in seiner bisherigen Form schlicht verschwinden. Für deutsche Privatanleger, die in britische Investment Trusts investiert sind oder dies erwägen, bleibt die Saba-Saga damit ein wichtiger Faktor bei der Risikoabwägung.


