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Ryanair warnt: Kerosinkrise könnte schwächere Airlines vernichten

CFO Sorahan bereitet Ryanair auf „Armageddon-Szenario" vor und sichert 80% des Treibstoffbedarfs für den Sommer ab.

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Ryanair warnt: Kerosinkrise könnte schwächere Airlines vernichten

Ryanair hat sich auf ein sogenanntes „Armageddon-Szenario" infolge der aktuellen Kerosinkrise vorbereitet. Das erklärte der Finanzvorstand der irischen Billigfluggesellschaft am Montag gegenüber dem Finanzsender CNBC. Hintergrund sind die wirtschaftliche Unsicherheit durch den Nahostkonflikt sowie die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öllieferungen weltweit.

Um sich gegen steigende Treibstoffkosten abzusichern, hat Ryanair bereits 80% seines Kerosinbedarfs für den Sommer zu einem Preis von 668 US-Dollar pro Tonne gesichert. Diese sogenannte Hedging-Strategie ist in der Luftfahrtbranche ein gängiges Instrument, um sich vor plötzlichen Preissprüngen bei Rohstoffen zu schützen. Für kleinere und finanziell schwächere Fluggesellschaften könnte eine solche Absicherung jedoch schwieriger oder teurer sein.

CFO Sorahan betonte, dass Ryanair keine Streichungen von Flügen plane. Gleichzeitig zeigte er sich nicht „übermäßig besorgt" über die Kerosinversorgung. Als Begründung nannte er die abnehmende Abhängigkeit Europas von der Straße von Hormus, da Öllieferanten inzwischen verstärkt auf Quellen in den USA, Venezuela und Brasilien zurückgreifen.

Starke Geschäftszahlen trotz Krisenumfeld

Trotz des herausfordernden Umfelds präsentiert Ryanair robuste Finanzergebnisse. Für das im März endende Geschäftsjahr meldete die Fluggesellschaft einen Anstieg des Gewinns nach Steuern um 40% auf knapp 2,3 Milliarden Euro – umgerechnet rund 2,7 Milliarden US-Dollar. Das Passagieraufkommen wuchs um 4% auf 208,4 Millionen Reisende.

Allerdings sank der Umsatz im gleichen Zeitraum um 11% auf 15,54 Milliarden Euro. Dieser scheinbare Widerspruch zwischen steigendem Gewinn und sinkendem Umsatz deutet auf erhebliche Kosteneinsparungen oder verbesserte Margen im operativen Betrieb hin – ein Zeichen für die Effizienz des Geschäftsmodells von Europas größter Billigfluggesellschaft.

Schwächere Konkurrenten unter Druck

Die Warnung des Ryanair-CFOs vor einem „Armageddon-Szenario" richtet sich implizit an die gesamte Branche. Während Ryanair durch seine Größe und finanzielle Stärke in der Lage ist, sich umfangreich gegen Treibstoffpreisrisiken abzusichern, stehen kleinere europäische Fluggesellschaften vor deutlich größeren Herausforderungen. Steigende Kerosinpreise können für Carrier mit geringeren Reserven oder schwächerer Marktposition existenzbedrohend sein.

Die Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman ist ein strategisch bedeutsamer Engpass: Rund 20% des weltweit gehandelten Öls passiert diese Meerenge. Eine vollständige Blockade würde die globalen Energiemärkte erheblich belasten und die Betriebskosten für Fluggesellschaften weltweit in die Höhe treiben. Dass Europa seine Abhängigkeit von dieser Route bereits reduziert, ist laut Ryanair ein stabilisierender Faktor für die Branche.

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