Ryanair plant kostenloses WLAN bis 2030 – Streit mit Musk
CEO O'Leary kündigt gratis Internet an Bord an, sobald technische Hürden überwunden sind.

Ryanair will seinen Passagieren innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre kostenloses WLAN auf allen Flügen anbieten. Dies kündigte CEO Michael O'Leary in einem Interview mit Reuters an. Die Umsetzung hänge jedoch von technologischen Fortschritten ab, die derzeit noch nicht verfügbar seien.
Die Ankündigung erfolgt nach einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen O'Leary und Tesla-Chef Elon Musk über die Nutzung von dessen Starlink-Internetdienst. Der Ryanair-Chef hatte zuvor die Installation von Starlink in der über 600 Flugzeuge umfassenden Flotte ausgeschlossen. Grund dafür sind die erheblichen Zusatzkosten, die durch die notwendige Technologie entstehen würden.
Die irische Billigfluggesellschaft führt derzeit Gespräche mit mehreren Anbietern, darunter Starlink, Amazon Web Services und Vodafone. Das Hauptproblem: Die aktuellen WLAN-Systeme erfordern externe Antennen am Flugzeugrumpf, die den Luftwiderstand erhöhen. "Das würde uns etwa 200 Millionen Dollar pro Jahr an zusätzlichen Treibstoffkosten verursachen", erklärte O'Leary.
Technologische Lösung in Sicht
Ein weiterer Knackpunkt ist die Finanzierung des Services. Die WLAN-Anbieter gehen davon aus, dass Passagiere für den Internetzugang zahlen würden – eine Annahme, die O'Leary nicht teilt. Ryanair setzt auf ein kostenfreies Modell für seine Kunden.
Die Lösung könnte in der technologischen Weiterentwicklung liegen. O'Leary geht davon aus, dass künftige Antennensysteme im Gepäckraum oder in der Flugzeugnase untergebracht werden können. Dadurch würden die zusätzlichen Treibstoffkosten durch erhöhten Luftwiderstand entfallen. "Dann werden wir unseren Kunden auf allen Ryanair-Flügen kostenloses WLAN anbieten können", so der CEO.
Zum Streit mit Elon Musk äußerte sich O'Leary gelassen. Er scherzte, dass beide den Schlagabtausch fortsetzen könnten, um "noch mehr kostenlose Werbung zu generieren". Der öffentliche Disput hatte in den vergangenen Tagen für Aufsehen in der Luftfahrtbranche gesorgt.
Forderung nach staatlicher Verantwortung
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Zur AktienanalyseUnabhängig vom WLAN-Thema forderte O'Leary die europäischen Regierungen auf, für die Abwehr von Drohnenangriffen zu zahlen. Diese hätten zuletzt den Flugverkehr in mehreren europäischen Ländern erheblich gestört. Europäische Beamte führen die Vorfälle auf hybride Kriegsführung Russlands zurück – eine Behauptung, die Moskau bestreitet.
"Die Sicherung des Luftraums ist eine staatliche Verantwortung, es ist eine Verteidigungsstrategie", betonte O'Leary. Europa müsse über deutlich mehr Verteidigungsfähigkeiten verfügen. "Wenn Putin die Verteidigungsfähigkeit Europas respektiert, dann werden Sie keine weiteren Drohnenangriffe mehr sehen", so der Ryanair-Chef.
Die Ankündigung des kostenlosen WLANs dürfte im hart umkämpften europäischen Billigflugsegment für Aufmerksamkeit sorgen. Während viele Airlines bereits kostenpflichtiges Internet anbieten, könnte Ryanairs Gratismodell einen neuen Standard setzen – vorausgesetzt, die technischen Hürden werden wie geplant überwunden.


