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RWE setzt auf Ökostromausbau

Klarheit bei Gaskraftwerken entscheidend für den Kohleausstieg und zukünftige Energiewende-Pläne

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RWE setzt auf Ökostromausbau

RWE fordert Klarheit bei Gaskraftwerken, um den geplanten Kohleausstieg bis 2030 sicherzustellen. Der Energiekonzern hat angekündigt, in den nächsten Jahren massiv in erneuerbare Energien zu investieren, wobei die geplanten Ausgaben von 55 Milliarden Euro zwischen 2024 und 2030 fünf Milliarden Euro höher liegen als ursprünglich geplant. Ein wesentlicher Teil dieser Investitionen soll in wasserstofffähige Gaskraftwerke mit einer Leistung von drei Gigawatt in Deutschland fließen. Allerdings betont RWE-Chef Markus Krebber, dass dies nur möglich ist, wenn die Gesetzeslage und die Finanzierung geklärt sind, was aufgrund der aktuellen Haushaltskrise noch unsicher ist.

Krebber macht deutlich, dass ohne klare Rahmenbedingungen der Bau von Gaskraftwerken nicht vorangetrieben werden kann. Ohne diese neuen Kraftwerke ist es jedoch unwahrscheinlich, den Kohleausstieg bis 2030 zu erreichen. Ursprünglich sollte Wirtschaftsminister Robert Habeck bis Ende des Jahres die Vorgaben für den Bau und die Finanzierung der Kraftwerke vorlegen, doch aufgrund der Haushaltskrise ist der Zeitplan in Gefahr. Experten schätzen, dass der gesamte Prozess von Planung über Genehmigung bis zum Bau mindestens sechs Jahre dauern wird, daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Rahmenbedingungen bis Anfang des nächsten Jahres geklärt sind.

Die geplanten Gaskraftwerke spielen eine entscheidende Rolle beim Vorziehen des Kohleausstiegs. Sie sollen einspringen, wenn Wind- und Solarenergie nicht ausreichen. Diese Kraftwerke können später auf grünen Wasserstoff umgestellt werden, was Teil der ehrgeizigen Investitionsstrategie von RWE ist. Das Unternehmen hat ehrgeizige Ziele und plant, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bis 2030 auf über neun Milliarden Euro zu steigern. Die Dividende soll jährlich um fünf bis zehn Prozent erhöht werden, wobei für 2024 eine Gewinnbeteiligung von 1,10 Euro je Aktie angestrebt wird.

RWE hat in den letzten Jahren einen deutlichen Wandel vollzogen und erwirtschaftet mittlerweile einen erheblichen Teil seines Gewinns aus erneuerbaren Energien, insbesondere aus Windkraft und Solarenergie. Die Sparte Wasser/Biomasse/Gas trug ebenfalls erheblich zum Gewinn bei. In Zukunft sollen 75 Prozent der Investitionen in erneuerbare Energien fließen, wie Krebber ankündigte. Dies ist Teil der "Growing Green-Strategie", die RWE bereits vor zwei Jahren angekündigt hatte und die Investitionen von 50 Milliarden Euro bis 2030 vorsieht. Die Aktien von RWE reagierten positiv auf diese Nachrichten und legten zeitweise um fast drei Prozent zu.

RWE plant, seine Projektpipeline mit den Milliardeninvestitionen auf mehr als 65 Gigawatt auszubauen. Seit 2021 hat das Unternehmen seine Kapazitäten bereits um neun Gigawatt auf insgesamt 35 Gigawatt erweitert. Derzeit sind 100 Projekte mit einer Leistung von 7,8 Gigawatt in zehn Ländern in Bau.

Um den Anteil erneuerbarer Energien im Portfolio auf 90 Prozent zu steigern, zählt RWE auch auf Erdgas. Das Unternehmen hat außerdem das ehrgeizige Ziel, bis 2030 aus der Braunkohle auszusteigen. Obwohl Bundesfinanzminister Christian Lindner Zweifel an diesem Vorhaben geäußert hat, sieht RWE-Chef Krebber noch genügend Zeit und appelliert an die Politik, die Rahmenbedingungen schnellstmöglich zu klären.

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