RWE fordert Subventionen für Wasserstoffinvestitionen
Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert RWE ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 3,3 und 3,8 Milliarden Euro

Der Energiekonzern RWE hat angekündigt, nur mit staatlichen Subventionen in die grüne Wasserstoff-Technologie investieren zu wollen. Diese Entscheidung wurde nach der kürzlichen Festlegung neuer Ziele für die nationale Wasserstoffstrategie durch das Kabinett getroffen. Laut einem Medienbericht betrachtet RWE Investitionen in grünen Wasserstoff nur dann als rentabel, wenn die Regierung finanzielle Unterstützung gewährt. Sopna Sury, Vorständin für das Wasserstoffgeschäft bei RWE Generation, betonte, dass der Konzern derzeit ohne staatliche Hilfen keine umweltfreundlichen Wasserstoff-Projekte vorantreiben könne. Sie verglich die Situation mit den Anfangsjahren der Wind- und Solarenergie, wo es Jahre dauerte, um die Kosten auf wettbewerbsfähige Niveaus zu senken.
Sury erklärte, dass grüner Wasserstoff einen ähnlichen Entwicklungsprozess durchlaufen müsse. Derzeit sei RWE erst seit zweieinhalb Jahren in diesem Bereich tätig. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert RWE ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 3,3 und 3,8 Milliarden Euro. Diese finanzielle Unterstützung seitens der Regierung ist entscheidend, um die Kosten für die Produktion von grünem Wasserstoff zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Die nationale Wasserstoffstrategie Deutschlands hat ebenfalls ehrgeizige Ziele. Grüner Wasserstoff soll in Zukunft fossile Brennstoffe in verschiedenen Industriezweigen ersetzen. Die Bundesregierung hat kürzlich eine aktualisierte Strategie veröffentlicht, die vorsieht, die Produktionskapazität von grünem Wasserstoff bis 2030 auf zehn Gigawatt zu erhöhen. Gleichzeitig wird an der Entwicklung der erforderlichen Infrastruktur gearbeitet. Bis 2027/28 plant die Bundesregierung den Aufbau eines Startnetzes von Wasserstoffleitungen mit einer Gesamtlänge von über 1.800 Kilometern.
RWE hat ambitionierte Pläne für den Ausbau seiner Wasserstoffprojekte. Sopna Sury, die für das Unternehmen spricht, erklärte, dass RWE bis 2030 Elektrolyseure mit einer Kapazität von zwei Gigawatt in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien betreiben möchte. Dies würde dem Unternehmen einen bedeutenden Marktanteil verschaffen.
Trotz dieser Pläne gibt es auch skeptische Stimmen. Einige befürchten, dass die Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland zu teuer sein könnte, was Industrieunternehmen dazu veranlassen könnte, in Länder mit günstigeren Energiequellen abzuwandern. Tobias Fleiter, ein Experte vom Fraunhofer Institut, betont, dass Standorte mit hohem Potenzial für erneuerbare Energien kosteneffizientere Bedingungen für die Wasserstoffproduktion bieten könnten. Die Politik stehe vor der Herausforderung, eine Balance zwischen Eigenproduktion und Abhängigkeit vom Ausland zu finden.
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Zur AktienanalyseSury hingegen ist zuversichtlich, dass die Kosten für grünen Wasserstoff in Deutschland langfristig sinken werden. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien würden die Stromkosten der Elektrolyseure verringert und die Herstellungskosten für die Anlagen selbst würden fallen. Allerdings betont sie, dass Investitionen von Elektrolyseur-Produzenten von ausreichenden Aufträgen abhängen. Die Vergabe von Fördermitteln für Wasserstoffprojekte sei daher von großer Bedeutung.
Die jüngste Vergabe von Subventionen durch die Bundesregierung an andere Industriezweige zeigt, dass staatliche Unterstützung eine wichtige Rolle bei der Förderung neuer Technologien und Wirtschaftsbereiche spielt. Obwohl es skeptische Stimmen gibt, die vor den Kosten warnen, sind viele Experten zuversichtlich, dass grüner Wasserstoff langfristig eine tragende Rolle in der Energiewende Deutschlands spielen wird.


