ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

RWE-Chef will Vorrang für Künstliche Intelligenz

Markus Krebber fordert schnellere Genehmigungen und flexible Energieversorgung für Rechenzentren

 RWE-Chef will Vorrang für Künstliche Intelligenz

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, hat auf der Technologiekonferenz TECH in Heilbronn staatliche Unterstützung für Rechenzentren im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz gefordert. Die Frage, wo die Rechenzentren künftig stehen werden, sei entscheidend für die Positionierung von Unternehmen und Wirtschaftsnationen im globalen Wettbewerb. Laut Krebber sei es unvermeidlich, dass die für KI benötigten Rechenzentren entstehen – entscheidend sei jedoch, welche Länder den dafür benötigten Strom bereitstellen können.

Bisher sei der Energiebedarf von KI häufig vor allem unter dem Aspekt der Belastung für die Klimaziele thematisiert worden. Krebber bestätigte zwar den hohen Stromverbrauch, stellte jedoch in Frage, ob dieser zwangsläufig als Problem zu sehen sei. Prognosen, wonach Rechenzentren künftig zwischen zwei und acht Prozent des gesamten Energiebedarfs beanspruchen könnten, hält er für realistisch. Dennoch sehe er keine Gefahr, dass wegen des KI-Booms die Energieversorgung gefährdet werde.

Auch Thomas Schulz, Vorstandsvorsitzender des Industrieunternehmens Bilfinger Berger, sieht einen engen Zusammenhang zwischen KI und Energie. Der internationale Wettbewerb um die Nutzung und Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz werde auch dadurch entschieden, wer Rechenzentren schnell ans Netz bringen könne. In diesem Kontext verwies Krebber auf die derzeit langen Genehmigungszeiten in Deutschland. Zwischen Planung und Inbetriebnahme eines Rechenzentrums mit entsprechender Stromversorgung vergingen derzeit rund sieben Jahre. Aus seiner Sicht müsse dieser Zeitraum auf zwei Jahre verkürzt werden.

Krebber schlug vor, Infrastrukturprojekte im Bereich KI gesetzlich zu priorisieren. Alte Industriestandorte, die im Zuge der Energiewende durch die Stilllegung fossiler Kraftwerke frei werden, seien aus seiner Sicht ideal geeignet für neue Rechenzentren. Diese Orte verfügten über bestehende Stromanschlüsse und seien oft gut erschlossen. Ein Vorrang für Künstliche Intelligenz in der Planung sei daher notwendig, um im internationalen Vergleich nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Bezüglich der Energiequellen plädierte Krebber für mehr Pragmatismus. In der Vergangenheit sei das Thema Energie zu ideologisch betrachtet worden. Die aktuellen Entwicklungen zeigten eine Verschiebung der Prioritäten. Neben Klimaschutz rückten Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit stärker in den Fokus. Dies wirke sich auch auf das Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien aus. Zwar bleibe das Ziel der Dekarbonisierung bestehen, es werde jedoch voraussichtlich später erreicht als ursprünglich geplant.

RWEKünstliche IntelligenzEnergieStrom

Disclaimer