Russlands Schritt senkt Dieselpreise
Wie Exportentscheidungen und Wirtschaftsprobleme den Energie- und Finanzmarkt beeinflussen

Der Dieselpreis in Deutschland ist am Freitag deutlich gefallen, nachdem Russland beschlossen hat, das Ausfuhrverbot für Diesel teilweise aufzuheben. Die russische Regierung erklärte, dass Dieselkraftstoff, der über Pipelines an Häfen geliefert wird, wieder exportiert werden darf. Die Produzenten müssen jedoch mindestens 50 Prozent für den heimischen Markt vorhalten.
Russland hatte das Ausfuhrverbot vor etwa zwei Wochen erlassen, was zu Engpässen bei Benzin und Diesel in einigen Regionen des Landes führte. Die Aufhebung des Exportverbots war erwartet worden, insbesondere aufgrund begrenzter Lagerkapazitäten.
Daten der Analysefirma Vortexa zeigen, dass die Lieferungen nach dem Exportverbot um etwa 57 Prozent zurückgingen. Dies führte auch an deutschen Tankstellen zu Preisanstiegen, insbesondere beim Diesel.
Die Ölpreise waren zuvor gestiegen, erreichten jedoch am Donnerstag ein plötzliches Ende der Preisrallye. Dies wurde durch US-Daten ausgelöst, die auf eine schwache Nachfrage nach Benzin hinwiesen. Die gestiegenen Ölpreise könnten die Inflation weiter anheizen und die Sorge wächst, dass die US-Notenbank die Zinsen erhöhen könnte, um die Wirtschaft zu bremsen.
Am Freitag stabilisierten sich die Ölpreise nicht, und dies könnte für Saudi-Arabien, den größten Ölproduzenten der Opec plus, ein Problem darstellen. Saudi-Arabien ist auf einen hohen Ölpreis angewiesen, um seinen teuren Staatshaushalt zu finanzieren.
Bisher benötigte das Königreich laut Schätzungen des Internationalen Währungsfonds einen Ölpreis von rund 81 Dollar, um seinen Haushalt auszugleichen. Bloomberg zufolge würde es nun jedoch einen Preis von 91 Dollar benötigen, um die Ausgaben zu decken.
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Zur AktienanalyseDies ist insbesondere deshalb besorgniserregend, weil Saudi-Arabien seit Juli seine Ölförderung freiwillig um eine Million Barrel pro Tag gekürzt hat. Dies hat jedoch zur Folge, dass die Wirtschaftsleistung des Königreichs voraussichtlich um 0,9 Prozent schrumpfen wird.
Saudi-Arabien bemüht sich jedoch langfristig, seine Abhängigkeit von Öleinnahmen zu reduzieren. Daher akzeptiert es vorübergehend niedrigere Exporteinnahmen zugunsten eines höheren Ölpreises. Das Königreich hat auch den offiziellen Verkaufspreis für sein Rohöl erhöht und erzielt trotz geringerer Produktionsmengen höhere Einnahmen aus dem Ölexport.


