Russlands Ölexporte steigen trotz ukrainischer Drohnenangriffe auf Häfen
Trotz intensivierter ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Exporthäfen stiegen die Rohölverladungen Anfang April deutlich an.

Russland hat seine Rohölexporte aus den wichtigsten westlichen Häfen in der ersten Aprilwoche trotz massiver ukrainischer Drohnenangriffe gesteigert. Die Häfen Primorsk und Ust-Luga in der Ostsee sowie Noworossijsk am Schwarzen Meer verluden zusammen rund 2 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Märzdurchschnitt von 1,9 Millionen bpd, wie drei Handels- und Hafenquellen gegenüber Reuters berichteten.
Die Ukraine hatte Ende März ihre Drohnenangriffe auf russische Ölinfrastruktur deutlich intensiviert. Betroffen waren sowohl die Exporthäfen in der Ostsee und am Schwarzen Meer als auch wichtige russische Raffinerien. Das Ziel der Angriffe ist offenbar, die russische Rohölproduktion durch Störungen in den Lieferketten für Exporte und die Verarbeitung zu drosseln.
Primorsk als wichtigster Exporthafen
Den größten Anteil der Verladungen entfiel laut den Quellen auf den Ostseehafen Primorsk. Dieser war Ende März von einem Drohnenangriff getroffen worden, nahm den Betrieb jedoch kurz darauf wieder auf. Ein deutlicher Anstieg der Verladungen in Primorsk im April trug maßgeblich dazu bei, die Ausfälle aus anderen Häfen zu kompensieren.
Der Ostseehafen Ust-Luga war nach einem Drohnenangriff am 25. März vollständig zum Stillstand gekommen. Erst am 6. April wurden die Ölverladungen dort wieder aufgenommen, was zu minimalen Liefermengen aus diesem Hafen zu Monatsbeginn führte. Der Ausfall von Ust-Luga belastete die Gesamtexportbilanz damit nur kurzfristig.
Noworossijsk nach vier Tagen Unterbrechung wieder aktiv
Besonders schwer traf es den Schwarzmeerhafen Noworossijsk. Dessen Sheskharis-Terminal musste den Betrieb infolge eines Drohnenangriffs für vier Tage vollständig einstellen. Am späten Donnerstag nahm das Terminal die Öl- und Treibstoffverladungen jedoch teilweise wieder auf.
Bereits Anfang März hatte ein schwerer Drohnenangriff auf das Sheskharis-Terminal zu einer fünftägigen Unterbrechung der Rohölverladungen und zu Verzögerungen bei den Exporten geführt. Die wiederholten Angriffe auf dasselbe Terminal zeigen, dass die ukrainische Seite gezielt auf Schlüsselinfrastruktur des russischen Ölexports abzielt.
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Zur AktienanalyseDass die Gesamtexportmenge trotz der Angriffe gestiegen ist, erklärt sich laut den Quellen durch zwei Faktoren: Zum einen stiegen die Verladungen in Primorsk im April stark an. Zum anderen hatte Noworossijsk zu Beginn des Monats – noch vor dem jüngsten Drohnenangriff – hohe Exportvolumina verzeichnet. Beide Effekte zusammen glichen den Stopp der Schwarzmeer-Exporte bislang aus.
Für die globalen Ölmärkte sind die russischen Exporte aus diesen Häfen von erheblicher Bedeutung. Russland gehört zu den weltgrößten Rohölexporteuren, und Störungen der Lieferketten können Auswirkungen auf die internationalen Ölpreise haben. Ob die ukrainischen Angriffe mittelfristig zu einer spürbaren Reduktion der russischen Exportkapazitäten führen, bleibt angesichts der bisherigen Resilienz der Infrastruktur abzuwarten.


