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Russlands Heizölexporte nach Asien brechen um 50% ein

Westliche Sanktionen und Raffinerieausfälle belasten Russlands Schweröl-Lieferungen nach Asien dramatisch. Im Januar sanken die Exporte auf nur noch 1,2 Millionen Tonnen – ein Rückgang um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr.

Russlands Heizölexporte nach Asien brechen um 50% ein

Die russischen Heizölexporte nach Asien sind im Januar 2026 stark eingebrochen und erreichten mit rund 1,2 Millionen Tonnen (etwa 246.000 Barrel pro Tag) nur noch die Hälfte des Vorjahresniveaus. Dies geht aus Schiffsverfolgungsdaten von Kpler hervor. Der Rückgang markiert den dritten Monat in Folge mit sinkenden Lieferungen.

Sanktionen belasten den Handel

Die US-Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil vom Oktober 2025 zeigen deutliche Wirkung. "Angesichts der strengen Sanktionsüberwachung und der Strafen sind Käufer nicht bereit, Risiken einzugehen", erklärt Emril Jamil, Senior Analyst bei LSEG. Der Handel ist komplizierter geworden und erfordert nun mehrere Ebenen wie Schiff-zu-Schiff-Transfers.

Raffinerieausfälle und Wetterprobleme verschärfen Lage

Die Produktion russischer Raffinerieprodukte ist seit Oktober deutlich gesunken. Mehrere Raffinerien mussten nach ukrainischen Drohnenangriffen zur Reparatur geschlossen werden. Zusätzlich beeinträchtigte stürmisches Winterwetter im Dezember und Januar die Verladung der Fracht erheblich.

Etwa 360.000 Tonnen Schweröl, die im November und Dezember verladen wurden, nehmen nun längere Routen um Afrika herum nach Asien. Rund 300.000 Tonnen dieser Ladungen haben noch kein endgültiges Ziel. Weitere Ladungen werden vor Port Said in Ägypten festgehalten und warten auf Käufer.

Indonesisches Terminal nimmt Importe wieder auf

Das indonesische Ölterminal Karimun, das sich zu einem wichtigen Umschlagzentrum für russische Ölprodukte entwickelt hat, nahm im Dezember und Januar die Importe wieder auf. Nach fast sechsmonatiger Pause erhielt es mehr als 300.000 Tonnen russisches Schweröl.

Auswirkungen auf den asiatischen Markt

Der Rückgang russischer Lieferungen, kombiniert mit sinkenden venezolanischen Exporten nach China infolge der US-Festnahme von Präsident Nicolas Maduro, könnte das Angebot an hochschwefelhaltigem Heizöl in Asien verknappen. Dieses Öl wird als Raffinerie-Einsatzmaterial und Bunkertreibstoff verwendet und könnte dadurch preislich gestützt werden.

Die Exporte nach Singapur beliefen sich im Januar auf 491.000 Tonnen, was ebenfalls einen Rückgang gegenüber dem Dezember darstellt. Andere Ladungen landen weiterhin in chinesischen Häfen, insbesondere in Shandong, wo unabhängige Raffinerien Schweröl als alternatives Einsatzmaterial zu Rohöl importieren.

Ausblick bleibt unsicher

Marktquellen gehen davon aus, dass Asien voraussichtlich auch 2026 das wichtigste Ziel für russisches Schweröl bleiben wird – sofern die westlichen Sanktionen nicht aufgehoben werden. Wichtige Absatzmärkte sind Südostasien und China, während einige Ladungen weiterhin in den Nahen Osten fließen.

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