Russland will Gastransit durch Ukraine wieder aufnehmen
Kreml betont wirtschaftliches Interesse – EU und Kiew beraten über Lieferungen

Russland hat sich für eine Wiederaufnahme des Gastransits durch die Ukraine ausgesprochen. Dies erklärte der Kreml am Dienstag, nachdem die Europäische Kommission mitteilte, dass sie Gespräche mit Kiew über die Erdgasversorgung Europas fortsetzen wolle. Die Lieferungen russischen Gases durch die Ukraine waren zum 1. Januar eingestellt worden, nachdem der bestehende Transitvertrag ausgelaufen war und die ukrainische Regierung eine Verlängerung abgelehnt hatte. Kiew begründete diese Entscheidung mit dem andauernden Krieg gegen Russland.
Infolge des Stopps der Gaslieferungen drängten sowohl die Slowakei als auch Ungarn die Europäische Union dazu, Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Transits zu ergreifen. Beide Länder sind auf Gaslieferungen aus Russland angewiesen, die durch eine der wichtigsten Pipelines fließen. Ungarn gab am Montag bekannt, dass es von der Europäischen Kommission Zusicherungen zur Sicherung seiner Energieversorgung erhalten habe. Diese Garantien seien für Budapest eine Voraussetzung gewesen, um einer Verlängerung der EU-Sanktionen gegen Russland zuzustimmen.
Der Sprecher des Kremls, Dmitri Peskow, erklärte, dass Ungarn offenbar aus Brüssel Signale erhalten habe, wonach ein Verhandlungsprozess mit der Ukraine über Gaslieferungen wieder aufgenommen werden könnte. Er betonte, dass Russland an einer Fortsetzung des Gasgeschäfts interessiert sei, da es sich um eine wirtschaftliche Frage handele. Russische Gaslieferungen seien nicht nur wettbewerbsfähiger im Vergleich zu amerikanischem Flüssiggas, sondern auch für europäische Abnehmer finanziell vorteilhafter.
Die slowakische Regierung begrüßte die Ankündigung der Europäischen Kommission, Gespräche mit der Ukraine über eine mögliche Wiederaufnahme des Gastransits zu führen. Zugleich sehe die Slowakei nun die Möglichkeit, Gas aus Aserbaidschan zu beziehen, wieder als realistische Alternative an. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Europäische Union und die Ukraine Aserbaidschan gebeten, Gespräche mit Russland über den Gastransit zu erleichtern. Diese Verhandlungen blieben jedoch erfolglos.
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Zur AktienanalyseRussland liefert weiterhin Erdgas über die TurkStream-Pipeline, die durch das Schwarze Meer verläuft, in süd- und mitteleuropäische Länder. Der Kreml betonte erneut, dass er an einer Fortführung des Geschäfts mit europäischen Abnehmern interessiert sei. Die Entwicklung der weiteren Verhandlungen zwischen der Europäischen Union, der Ukraine und Russland bleibt vor diesem Hintergrund abzuwarten.


