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Russland steigert Rohölexporte auf Rekord trotz Preisverfall

Moskaus Öleinnahmen fallen auf den niedrigsten Stand seit März – trotz rekordhoher Exportmengen von 4,13 Millionen Barrel täglich.

Russland steigert Rohölexporte auf Rekord trotz Preisverfall

Russland hat seine Rohölexporte auf ein Rekordniveau gesteigert – und das ausgerechnet in einer Phase stark sinkender Ölpreise. In den vier Wochen bis zum 28. Juni verschiffte Russland durchschnittlich 4,13 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Das ist die höchste jemals gemessene Exportmenge über diesen Zeitraum.

Trotz dieser Rekordlieferungen sind Moskaus Öleinnahmen auf den niedrigsten Stand seit März gefallen. Der Grund: Die einbrechenden Preise auf dem Weltmarkt fressen die Mehreinnahmen aus den höheren Exportvolumina vollständig auf. Für Russland, das in hohem Maße von Ölexporten abhängig ist, stellt dies eine erhebliche fiskalische Belastung dar.

Rückstau von Ölfässern auf See

Die Kombination aus steigenden Liefermengen und sinkenden Preisen hat zu einem weiteren Problem geführt: Einem massiven Rückstau von Ölfässern auf See. Schiffe mit russischem Rohöl stauen sich, da die Nachfrage und die Abnahmebereitschaft der Käufer offenbar nicht mit dem Angebotswachstum Schritt halten.

Für deutsche und europäische Beobachter ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen bedeutsam. Russland ist trotz westlicher Sanktionen infolge des Ukraine-Krieges weiterhin ein bedeutender Akteur auf dem globalen Ölmarkt. Die Rekordexporte zeigen, dass Moskau alternative Abnehmer – vor allem in Asien – gefunden hat, um die weggebrochenen europäischen Märkte zu kompensieren.

Einnahmen auf Tiefstand seit März

Der Rückgang der Öleinnahmen auf den niedrigsten Stand seit März ist für den russischen Staatshaushalt besonders heikel. Öl- und Gasexporte stellen traditionell eine der wichtigsten Einnahmequellen für den russischen Staat dar und finanzieren einen erheblichen Teil der Staatsausgaben – darunter auch die Kriegsführung in der Ukraine.

Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht das Dilemma, in dem sich Moskau befindet: Mehr Öl zu exportieren bedeutet nicht automatisch mehr Einnahmen, wenn die Preise gleichzeitig stark unter Druck stehen. Russland versucht offenbar, durch schiere Mengensteigerung die Preisrückgänge auszugleichen – bislang ohne Erfolg.

Für den globalen Ölmarkt sind die russischen Rekordexporte ein relevanter Faktor. Das zusätzliche Angebot auf dem Markt dürfte den Preisdruck weiter verstärken und könnte auch die Bemühungen der OPEC+-Länder erschweren, durch Förderkürzungen die Preise zu stabilisieren. Anleger und Marktteilnehmer sollten diese Entwicklung daher genau im Blick behalten.

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