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Russland beschießt Kiew mit Raketen – mindestens neun Tote

Ballistische Raketen trafen die ukrainische Hauptstadt in mehreren Angriffswellen. Sieben Stadtbezirke verzeichneten Schäden.

1. August 2026 2 Min
Russland beschießt Kiew mit Raketen – mindestens neun Tote

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew am Samstag mit ballistischen Raketen angegriffen. Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden dabei mindestens neun Menschen getötet und 28 weitere verletzt, darunter vier Kinder. Reuters-Zeugen berichteten von mehr als einem Dutzend Explosionen, die während mehrerer Angriffswellen in der Stadt zu hören waren.

In sieben Bezirken der Drei-Millionen-Einwohner-Stadt wurden Schäden verzeichnet, wie die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Sieben Todesopfer wurden im Bezirk Darnyzkyj am linken Ufer des Dnipro gemeldet, zwei weitere Menschen kamen im Bezirk Solomjanskyj am rechten Ufer ums Leben. In der gesamten Stadt brachen Brände aus, aus einigen Gebieten wurden zudem Stromausfälle gemeldet.

„Eine höllische Nacht in Kiew", schrieb der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha in einem Post auf X. „Da es Russland nicht gelingt, seine Ziele auf dem Schlachtfeld zu erreichen, intensiviert es seine Luftangriffe und den Terror gegen die Zivilbevölkerung." Sybiha forderte dringend zusätzliche Luft- und Raketenabwehrsysteme sowie Abfangraketen für die Ukraine.

Augenzeugen berichten von Schreckensnacht

Eine 68-jährige Concierge namens Nadiia Komarova schilderte gegenüber Reuters die Ereignisse aus erster Hand. „Ich schaute auf mein Handy, es war 1:30 Uhr und die Sirenen heulten. Ich lag angezogen im Bett und stand sofort auf. Und sofort begannen die Explosionen – bumm, bumm", sagte sie. „Unsere Decken fingen an zu bröckeln. Mein Fenster hier ist zertrümmert, und alles ist nach innen gefallen."

Fernsehaufnahmen von Reuters zeigten Polizei und Rettungskräfte im Einsatz vor Ort. Feuerwehrleute löschten Brände, ausgebrannte Autos standen in der Nähe von Wohnhäusern. Zwei Retter legten eine Leiche in einen schwarzen Sack in einem Auto.

Zweiter schwerer Angriff auf Kiew innerhalb einer Woche

Es handelt sich bereits um den zweiten schweren Angriff auf die ukrainische Hauptstadt in dieser Woche. Am Donnerstag waren bei Angriffen ebenfalls neun Menschen getötet worden, darunter sechs Mitglieder einer Familie in einem Dorf nahe Krywyj Rih. Zudem schlug ein mutmaßlicher russischer Marschflugkörper in Polen ein.

Im fünften Kriegsjahr toben die Kämpfe entlang einer mehr als 1.200 Kilometer langen Frontlinie. Militäranalysten zufolge hat sich der russische Vormarsch in diesem Jahr bisher um mehr als die Hälfte verlangsamt. Gleichzeitig hat Russland seine Luftangriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte intensiviert.

Ein zentrales Problem für die Ukraine bleibt der chronische Mangel an Luftabwehrsystemen, die in der Lage sind, ballistische Raketen abzuschießen. Diese Raketen fliegen mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit und sind damit besonders schwer abzufangen. Russland bestreitet, in dem durch die großangelegte Invasion im Februar 2022 ausgelösten Krieg Zivilisten ins Visier zu nehmen.

Außenminister Sybiha unterstrich die strategische Bedeutung der Luftverteidigung: „Es ist der Kampf um den Himmel, der den Verlauf dieses Krieges bestimmen wird. Je stärker der Luftschutzschild über der Ukraine ist, desto näher rückt der Frieden."

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