Russisches LNG erreicht China nach fast sechs Monaten auf See
Der Tanker Perle lieferte trotz US-Sanktionen eine Ladung Flüssigerdgas von Russland nach China – nach ungewöhnlich langer Reisedauer.

Ein russischer LNG-Tanker hat am Dienstag eine Ladung Flüssigerdgas (LNG) in China abgeliefert – nach einer Reise von fast einem halben Jahr. Dies geht aus Schiffsverfolgungsdaten des Finanzdienstleisters LSEG hervor. Der Gastanker Perle legte am chinesischen LNG-Terminal Beihai an und beendete damit eine außergewöhnlich lange Lieferung.
Das Schiff hatte die Ladung bereits am 8. Dezember 2024 in der russischen Anlage LNG Portovaya aufgenommen. Eine normale LNG-Lieferung von Russland nach Asien dauert je nach Route bis zu 45 Tage. Die fast sechsmonatige Reisedauer des Tankers Perle übersteigt diesen Richtwert damit um ein Vielfaches.
Sanktionierte Anlage als Ausgangspunkt
LNG Portovaya steht unter US-Sanktionen und dient als Verladestation für Novatek, Russlands größten LNG-Produzenten. Die Anlage schlägt Ladungen aus dem Werk Arctic LNG 2 um, das ebenfalls von amerikanischen Sanktionen betroffen ist. Washington hatte die Sanktionen im Februar 2025 verhängt.
Es handelt sich um die dritte Ladung, die seit der Verhängung dieser Sanktionen von der Ostsee-Anlage nach China geliefert wurde. Die erste Lieferung traf bereits im Dezember 2024 in China ein. Die Lieferungen zeigen, dass trotz des internationalen Drucks weiterhin russisches LNG seinen Weg nach Asien findet.
Ausweitung der Lieferziele
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Zur AktienanalyseZu Beginn des Betriebs belieferte LNG Portovaya primär Abnehmer in der Türkei und in Griechenland. Inzwischen hat die Anlage ihr Liefernetz deutlich ausgeweitet. Neben China zählen nun auch Spanien und Italien zu den Zielländern der russischen LNG-Exporte.
Für deutsche und europäische Energiemärkte ist diese Entwicklung von Bedeutung: Russisches LNG gelangt trotz Sanktionen weiterhin auf den Weltmarkt und beeinflusst damit das globale Angebot. Die Umgehung von Sanktionen durch lange Lagerzeiten auf See oder Umladungen ist ein bekanntes Phänomen im internationalen Rohstoffhandel. Der Fall des Tankers Perle verdeutlicht, mit welchem Aufwand Lieferketten unter Sanktionsdruck aufrechterhalten werden.


