Russischer Rubel fällt erstmals seit April unter 80 pro Dollar
Der Rubel verlor am Mittwoch 1,9 % gegenüber dem US-Dollar und markierte damit den schwächsten Stand seit April.

Der russische Rubel hat am Mittwoch eine wichtige psychologische Marke unterschritten. Laut Marktdaten des Datendienstleisters LSEG fiel die russische Währung erstmals seit dem 3. April wieder auf über 80 Rubel pro US-Dollar – ein Tagesverlust von 1,9 %. Damit setzt sich eine deutliche Abwärtsbewegung fort, die bereits seit Wochen anhält.
Seit dem 20. Mai hat der Rubel gegenüber dem US-Dollar insgesamt rund 14 % an Wert verloren. Auch gegenüber dem chinesischen Yuan – Russlands meistgehandelter Fremdwährung im Außenhandel – gab die Währung nach. Der Kurs fiel um 1 % auf 11,8 Rubel pro Yuan.
Steuerzahlungen und Ölpreise als Haupttreiber
Analysten sehen mehrere Faktoren hinter der aktuellen Rubel-Schwäche. Ein wesentlicher Grund ist das Ende der saisonalen Steuerzahlungsperiode. In dieser Phase verkaufen russische Unternehmen üblicherweise Fremdwährungen, um ihre Steuerschulden in Rubel begleichen zu können – ein Mechanismus, der den Rubel temporär stützt. Fällt dieser Effekt weg, gerät die Währung unter Druck.
Hinzu kommen instabile Ölpreise, die den Rubel zusätzlich belasten. Öl ist Russlands wichtigstes Exportgut und damit eine zentrale Einnahmequelle für den russischen Staatshaushalt. Schwankende Weltmarktpreise wirken sich daher direkt auf die Stärke der russischen Währung aus.
Ukraine-Angriffe verschärfen wirtschaftlichen Druck
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Zur AktienanalyseEin weiterer belastender Faktor ist die militärische Lage: Die Ukraine hat seit Mai ihre Angriffe auf russische Raffinerien und Energieinfrastruktur intensiviert. Dies hat zu Treibstoffknappheit innerhalb Russlands geführt und treibt die Inflation im Land weiter in die Höhe. Steigende Preise und Versorgungsengpässe erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf die russische Wirtschaft zusätzlich.
Für deutsche Anleger und Beobachter der globalen Rohstoffmärkte ist die Rubel-Entwicklung ein wichtiger Indikator. Ein schwacher Rubel verteuert Importe für Russland, kann aber gleichzeitig russische Exporteure in Fremdwährung begünstigen. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, sinkenden Öleinnahmen und dem Wegfall stützender Steuermechanismen dürfte den Rubel vorerst unter Druck halten.


