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Russischer Raketenangriff auf Maisschiff bei Odessa tötet zehn Menschen

Ein russischer Angriff auf das Frachtschiff „Golden Leo" nahe Odessa fordert zehn Todesopfer – der tödlichste Vorfall im Schwarzen Meer seit Wochen.

Russischer Raketenangriff auf Maisschiff bei Odessa tötet zehn Menschen

Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Frachtschiff nahe dem südukrainischen Hafen von Odessa sind am Montag zehn Menschen getötet worden. Ukrainische Behörden bezeichnen den Vorfall als den tödlichsten Angriff im Rahmen einer seit Wochen eskalierenden Gewalt im Schwarzen Meer. Das Schiff transportierte eine Ladung Mais.

Russland beschoss die „Golden Leo" – ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrendes Schiff – am Sonntag mit drei Marschflugkörpern. Die Raketen lösten einen Brand an Bord aus, wie die ukrainische Marine über den Messaging-Dienst Telegram mitteilte. Ein Reuters-Augenzeuge in Odessa beobachtete, wie Rauch von einem Schiff vor der Küste aufstieg.

Besatzung aus Indien und Syrien – acht Überlebende gerettet

Die Such- und Rettungsaktion dauerte die gesamte Nacht an, wie die ukrainische Seehafenbehörde mitteilte. Dabei wurden neun Besatzungsmitglieder sowie einer ihrer Lotsen getötet. Von den insgesamt 17 Besatzungsmitgliedern konnten acht gerettet werden. Die Besatzung stammte aus Indien und Syrien.

Die „Golden Leo" befindet sich laut LSEG-Daten im Besitz der in Mumbai ansässigen Ocean Grace Shipping Ltd. Deren Verwalter, Friends Shipping Co SA, reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage um eine Stellungnahme. Aus Moskau gab es keinen öffentlichen Kommentar zu dem Vorfall.

Eskalation im Schwarzen Meer trifft globale Getreideversorgung

Das Schwarze Meer war bereits in den Monaten nach der großangelegten russischen Invasion im Jahr 2022 ein zentraler Kriegsschauplatz. Ein internationales Abkommen hatte die Schifffahrt in der Region weitgehend wieder ermöglicht und sollte globale Preisschocks abmildern sowie beiden Ländern den Getreideexport sichern. Nun intensivieren sowohl Moskau als auch Kyjiw ihre Angriffe auf wichtige Schifffahrtsrouten im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer.

Ukrainische Streitkräfte haben russische Energieinfrastruktur, darunter Öltanker, angegriffen. Russland seinerseits verstärkt die Attacken auf ukrainische Tiefwasserhäfen und Frachtschiffe. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, seine Streitkräfte hätten in der Nacht Treibstoffdepots im Hafen von Odessa getroffen. Russische Angriffe haben in der Region Odessa im laufenden Monat bisher insgesamt 28 Menschen getötet.

Die wirtschaftlichen Folgen der Eskalation sind erheblich. Die Ukraine, auf die in den vergangenen Saisons rund 6 Prozent der weltweiten Weizenexporte und etwa 11 Prozent der weltweiten Maisexporte entfielen, hat laut Händlern und Analysten bereits etwa ein Drittel ihrer Exportkapazitäten über die Schwarzmeerhäfen durch russische Angriffe verloren.

Auch Russland, der weltweit größte Getreideexporteur, spürt die Auswirkungen. Ukrainische Angriffe haben Moskau dazu gezwungen, die Schifffahrt im Asowschen Meer einzuschränken – einer Route, über die nach Reuters-Informationen etwa ein Viertel der russischen Getreideexporte abgewickelt wird. Die erneute Gewalt auf dieser strategisch bedeutsamen Handelsroute schürt damit weltweit Sorgen über die Versorgungslage bei Getreide.

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