Russische Hacker griffen polnisches Stromnetz an
Der russische Militärgeheimdienst steht hinter Cyberangriffen auf Polens Energieinfrastruktur im Dezember. Die berüchtigte Hackergruppe Sandworm versuchte, kritische Systeme lahmzulegen – ohne Erfolg.

Cybersecurity-Forscher des slowakischen Unternehmens ESET haben die Hackergruppe Sandworm als Urheber der Cyberangriffe auf polnische Energieziele im Dezember identifiziert. Die Gruppe wird von den USA und Großbritannien dem russischen Militärgeheimdienst GRU zugeordnet und gilt als eine der gefährlichsten staatlich gesteuerten Hackereinheiten weltweit.
Zerstörerische Schadsoftware eingesetzt
Bei dem Angriff versuchten die Hacker, eine Malware namens DynoWiper einzusetzen. Diese Schadsoftware ist darauf ausgelegt, Dateien auf den Zielsystemen zu zerstören und Computer funktionsunfähig zu machen. Die ESET-Forscher identifizierten die Angreifer anhand von Code-Überschneidungen mit früheren destruktiven Cyberangriffen und der charakteristischen Vorgehensweise der Gruppe.
Angriff blieb erfolglos
Trotz der Schwere des Angriffs blieb dieser ohne Auswirkungen auf die Stromversorgung. "Uns ist keine erfolgreiche Störung bekannt, die infolge dieses Angriffs eingetreten ist", erklärten die ESET-Forscher. Diese Einschätzung bestätigt die Aussage des polnischen Premierministers Donald Tusk vom 15. Januar, der die Angriffe als erfolglos bezeichnet hatte.
Stärkster Angriff seit Jahren
Polens Energieminister Milosz Motyka stufte den Cyberangriff auf das Stromnetz in der letzten Dezemberwoche als den stärksten Angriff auf die Energieinfrastruktur des Landes seit Jahren ein. Die Attacke erfolgte genau zehn Jahre nach dem ersten durch Schadsoftware verursachten Stromausfall überhaupt, als Sandworm 2015 das ukrainische Stromnetz lahmlegte.
Gefährliche Hackergruppe mit langer Geschichte
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Zur AktienanalyseSandworm ist seit über einem Jahrzehnt für hochkarätige und zerstörerische Cyberangriffe verantwortlich. Die Gruppe hat sich auf Angriffe gegen kritische Infrastrukturen spezialisiert und gilt als besonders gefährlich. Die russische Botschaft in Washington äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohung durch staatlich gesteuerte Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen in Europa. Polen als NATO-Mitglied und wichtiger Unterstützer der Ukraine rückt zunehmend ins Visier russischer Hackergruppen.


