Russische Drohne trifft Atommüll-Lager nahe Tschernobyl
Eine Shahed-Drohne schlug in ein Gebäude zur Containerannahme innerhalb der Sperrzone ein – Strahlung blieb im Normalbereich.

Eine russische Drohne hat eine Anlage zur Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe nahe dem stillgelegten Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen. Das bestätigten der ukrainische Generalstab und die staatliche Atombehörde. Laut Bloomberg-Informationen handelte es sich um eine Shahed-Drohne, die in ein Gebäude zur Containerannahme einschlug – rund 15 Kilometer vom eigentlichen Kraftwerksgelände entfernt, innerhalb der Sperrzone.
Der Einschlag löste einen Brand aus, der jedoch innerhalb einer Stunde gelöscht werden konnte. Das Gebäude wurde teilweise beschädigt. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich nach offiziellen Angaben keine radioaktiven Brennelemente in dem betroffenen Bereich. Verletzte gab es nicht, und die Strahlungswerte blieben laut den Behörden im Normalbereich.
Außenminister verurteilt Angriff als „nukleare Erpressung"
Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha verurteilte den Vorfall scharf. Er bezeichnete den Angriff als Teil einer systematischen „nuklearen Erpressung" durch Moskau und betonte, dass russische Streitkräfte wiederholt ukrainische Nuklearanlagen gefährdeten. Auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) reagierte laut Bloomberg mit deutlicher Kritik auf den Vorfall. Russland hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Angriff geäußert.
Der Angriff reiht sich in eine Serie von Sicherheitsbedenken ein, die seit Beginn des Konflikts bestehen. Bereits vor über einem Jahr hatte die Ukraine Russland vorgeworfen, die Schutzhülle des 1986 zerstörten Reaktors beschädigt zu haben – was Moskau damals bestritt. Tschernobyl gilt als Symbol der schlimmsten Atomkatastrophe der Geschichte und steht seit dem Reaktorunglück vom 26. April 1986 unter besonderer internationaler Beobachtung.
Saporischschja und die anhaltende nukleare Bedrohung
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Zur AktienanalyseEin weiterer dauerhafter Konfliktherd ist das Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine – das größte Atomkraftwerk Europas. Kiew und Moskau werfen sich regelmäßig gegenseitig vor, den Betrieb der Anlage durch Kampfhandlungen zu gefährden. Das Kraftwerk befindet sich seit 2022 unter russischer Kontrolle und sorgt seither für anhaltende internationale Besorgnis.
Der aktuelle Angriff auf die Anlage nahe Tschernobyl unterstreicht erneut die anhaltende Verwundbarkeit der nuklearen Infrastruktur in der Ukraine. Für deutsche Beobachter und europäische Partner ist die Entwicklung besonders besorgniserregend: Ein unkontrollierter nuklearer Zwischenfall in der Ukraine hätte potenziell weitreichende Folgen für ganz Europa. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage rund um ukrainische Atomanlagen daher mit größter Aufmerksamkeit.


