Russische Banken: Nettogewinn steigt im Januar um 124 Prozent
Russlands Bankensektor startet stark ins neue Jahr mit einem Gewinnsprung auf 394 Milliarden Rubel.

Russische Banken haben im Januar 2025 einen Nettogewinn von 394 Milliarden Rubel erzielt – umgerechnet rund 5,12 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 124 Prozent gegenüber dem Dezemberwert von 176 Milliarden Rubel. Die russische Zentralbank veröffentlichte diese Zahlen am Donnerstag und bestätigte damit eine deutliche Erholung des Sektors zum Jahresbeginn.
Der sprunghafte Anstieg des Nettogewinns ist teilweise auf saisonale Effekte zurückzuführen, da der Dezember traditionell durch Jahresabschlussbuchungen und Rückstellungen belastet wird. Im Vergleich zum schwachen Vormonat profitieren Banken zu Jahresbeginn häufig von aufgeschobenen Ertragseffekten. Der starke Anstieg spiegelt dennoch die Widerstandsfähigkeit des russischen Bankensektors trotz anhaltender westlicher Sanktionen wider.
Kreditvergabe zeigt gemischtes Bild
Bei der Kreditvergabe zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Die Unternehmenskredite gingen im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zurück, was auf eine vorsichtigere Investitionsbereitschaft der Unternehmen hindeutet. Gleichzeitig stiegen die Konsumkredite um 0,9 Prozent – ein Zeichen, dass die russischen Verbraucher trotz hoher Leitzinsen weiterhin Kredite aufnehmen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie russische Zentralbank hatte den Leitzins zuletzt auf 21 Prozent angehoben, um die hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Hohe Zinsen belasten zwar die Kreditnachfrage, stärken jedoch die Zinsmarge der Banken und tragen so zum Gewinnanstieg bei. Für westliche Investoren bleibt der russische Bankensektor aufgrund der Sanktionen weitgehend unzugänglich.


