Rumänien liefert Gas für Deutschlands Versorgungssicherheit
Abkommen stärkt Europas Energieunabhängigkeit mit Förderungen aus dem Schwarzmeerprojekt Neptun Deep

Die rumänische Tochtergesellschaft des österreichischen Energieunternehmens OMV hat ein Abkommen geschlossen, um ab 2027 Erdgas aus dem Schwarzmeerprojekt Neptun Deep an den deutschen Energieversorger Uniper zu liefern. Dies bestätigten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Der Fünfjahresvertrag umfasst ein Volumen von 15 Terawattstunden Erdgas und stellt etwa 1,5 Prozent der deutschen Gasimporte im Jahr 2024 dar. Dies ist der erste Vertrag, der das lang erwartete Tiefseeprojekt stützt, mehr als ein Jahrzehnt nach der Entdeckung der Gasreserven im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres.
Das Neptun-Deep-Projekt, dessen Produktion für 2027 erwartet wird, verfügt über geschätzte 100 Milliarden Kubikmeter förderbares Erdgas. Damit gehört es zu den bedeutendsten Erdgasvorkommen innerhalb der Europäischen Union. OMV Petrom, das mehrheitlich von OMV kontrolliert wird und bei dem der rumänische Staat einen Anteil von 20,7 Prozent hält, hatte bereits 2012 die Entdeckung von 42 bis 84 Milliarden Kubikmetern Gas in der Region bekannt gegeben. Die Produktion soll jährlich etwa 8 Milliarden Kubikmeter erreichen und über einen Zeitraum von zehn Jahren nahezu eine Verdopplung der rumänischen Gasförderung bewirken.
Das Abkommen markiert einen wichtigen Schritt in Europas Bemühungen, die Energiesicherheit zu stärken, nachdem die Energiebeziehungen mit Russland infolge des Ukraine-Konflikts und der Einstellung der Gaslieferungen durch die Ukraine abgebrochen wurden. OMV Petrom und der staatliche Produzent Romgaz, die das Projekt zu gleichen Teilen besitzen, genehmigten das Vorhaben im Jahr 2023. Beide Unternehmen planen, das geförderte Gas separat zu vermarkten. Nach rumänischem Recht hat jedoch die Regierung ein vorrangiges Bezugsrecht auf das Gas.
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Zur AktienanalyseMit der Aufnahme der Produktion wird Rumänien zum größten Gasproduzenten der EU und erstmals zu einem Nettoexporteur von Erdgas. Experten sehen zudem großes Potenzial für weitere Gasentdeckungen im rumänischen Teil des Schwarzen Meeres, der insgesamt auf geschätzte 200 Milliarden Kubikmeter Reserven kommt. Diese könnten die Energieversorgung der Region erheblich diversifizieren. Weder OMV noch Uniper äußerten sich zu den kommerziellen Details des Abkommens.


