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Rückgang der Aktionäre in Deutschland

Die Gründe, die Geschlechterverteilung und die langfristige Bedeutung für die Altersvorsorge

Rückgang der Aktionäre in Deutschland

Die Zahl der Aktionärinnen und Aktionäre in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gesunken, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) in seiner aktuellen Statistik veröffentlichte. Im Durchschnitt des Jahres 2023 hielten etwas weniger als 12,32 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds und/oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) in ihren Depots. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um rund 570.000 Aktionäre. Trotz dieses Rückgangs betont der Verband der deutschen Aktiengesellschaften, dass dieser keine langfristigen negativen Auswirkungen auf den Aktienmarkt in Deutschland haben wird.

Der Rückgang in der Anzahl der Aktionäre ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Einerseits wirkte sich die allgemein hohe Teuerung auf das Anlageverhalten vieler Menschen aus, da sie weniger Geld zur Verfügung hatten, um in Aktien zu investieren. Andererseits könnten auch die gestiegenen Zinsen auf Tages- und Festgeldanlagen dazu geführt haben, dass Sparer von der Börse abgewandt haben. Insgesamt investierten die Deutschen im Zuge des Zinsanstiegs im Jahr 2022 etwa die Hälfte ihres neuen Kapitals in Termingelder und Anleihen.

Besonders auffällig ist der Rückgang der Aktiensparer bei jüngeren Menschen und Männern. Unter den unter 40-Jährigen verkauften im Jahr 2023 rund 514.000 Personen ihre Aktieninvestments. Ebenso verabschiedeten sich etwa 520.000 Männer vom Aktienmarkt. Dennoch beurteilt die Chefin des Aktieninstituts, Christine Bortenlänger, die aktuelle Situation als positiv angesichts der Herausforderungen wie der Zinswende, hoher Inflation und unsicherer wirtschaftlicher Aussichten.

In Bezug auf Anlageformen zeigen die Statistiken, dass aktienbasierte Fonds und börsengehandelte ETFs weiterhin die beliebteste Form der Aktienanlage in Deutschland sind. Rund 10,3 Millionen Menschen investierten in Fonds und ETFs, und die Zahl derjenigen, die ausschließlich in diese Anlageformen setzten, stieg leicht auf 7,65 Millionen. Besonders junge Anleger bevorzugten ETFs, während Männer häufiger in diese Anlageformen investierten als Frauen.

Die Zahl der ETF-Besitzer insgesamt stieg im Jahr 2023 um 336.000 auf insgesamt 2,75 Millionen. Das DAI hat in den letzten Jahren verstärkt die Bedeutung dieser kostengünstigen Anlageprodukte hervorgehoben. Trotz des Rückgangs bei Einzelaktienbesitzern bleibt der Anteil der Frauen unter den Aktionären stabil, wobei insgesamt immer noch mehr Männer als Frauen am Aktienmarkt aktiv sind.

Das Deutsche Aktieninstitut unterstreicht die Wichtigkeit von Aktien, Aktienfonds und ETFs als Instrumente für Vermögensaufbau und Altersvorsorge. DAI-Chefin Bortenlänger betonte, dass langfristig gesehen, eine breit gestreute Aktienanlage durchschnittlich sechs bis neun Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaften kann, was kaum eine andere Anlageklasse erreichen kann. Dennoch müssen Aktionäre kurzfristige Schwankungen der Aktienkurse in Kauf nehmen.

Bortenlänger kritisierte erneut die politische Unterstützung für das Sparen in Aktien für die Altersvorsorge. Die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung, einen Teil des Kapitals für die gesetzliche Rentenversicherung über den Aktienmarkt anzusparen, wurden erneut verschoben. Die DAI-Chefin appellierte an die Regierung, dieses Vorhaben nicht weiter aufzuschieben und endlich umzusetzen, um eine bessere Altersvorsorge für alle Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen.

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