Rückgang bei Roboterinstallationen belastet weltweiten Markt
Preiskampf und Chinas Schwäche setzen westliche Hersteller unter Druck

Der weltweite Absatz von Industrierobotern ist nach jahrelangen Rekorden im vergangenen Jahr erstmals rückläufig. Laut dem Weltrobotikverband IFR sank die Anzahl der Neuinstallationen um zwei Prozent auf insgesamt 541.302 Einheiten. Ursprünglich war ein Anstieg um sieben Prozent prognostiziert worden. Vor allem in China, dem wichtigsten Markt für Roboter, verzeichnete die Branche einen deutlichen Rückgang. Dort wurden 2023 fünf Prozent weniger Roboter installiert, was die weltweiten Zahlen erheblich beeinflusste. Der Anteil chinesischer Anbieter am heimischen Markt stieg dabei auf 47 Prozent, was den Druck auf westliche Hersteller weiter verstärkte.
Die Herausforderungen der Autoindustrie, die als größter Abnehmer von Industrierobotern gilt, trugen maßgeblich zum Rückgang bei. Zwar besteht weiterhin eine starke Nachfrage nach Automatisierung, insbesondere im Bereich der Elektromobilität und Batterieproduktion, doch der erwartete wirtschaftliche Aufschwung in China blieb nach der Coronapandemie aus. Dies führte zu einer insgesamt schleppenden Marktentwicklung. Neben den Absatzproblemen westlicher Autohersteller in China verstärkt der Preisdruck durch günstigere chinesische Roboterhersteller die Schwierigkeiten für europäische Anbieter.
Der Preiskampf innerhalb der Branche ist enorm. Chinesische Roboter sind in der Regel 20 bis 30 Prozent günstiger als ihre europäischen Pendants, in einigen Fällen liegen die Preisunterschiede sogar bei bis zu 50 Prozent. Dies hat auch Auswirkungen auf die Prognosen für die deutsche Roboterindustrie. Der Maschinenbauverband VDMA revidierte seine Wachstumsprognose für 2024 auf nur noch zwei Prozent, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den früheren Erwartungen.
Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Entwicklungen. Der sogenannte Nearshoring-Trend, bei dem Unternehmen ihre Produktion wieder näher an ihre Heimatländer verlagern, führte zu einem Anstieg der Roboterinstallationen in Europa um neun Prozent. In Deutschland betrug das Wachstum im vergangenen Jahr sieben Prozent. Zudem könnte der Fachkräftemangel langfristig zu einer stärkeren Nachfrage nach Automatisierungslösungen führen. Insbesondere der Mittelstand, der bislang kaum robotergestützte Automatisierung eingeführt hat, könnte künftig eine wichtige Rolle im Wachstumsmarkt spielen.
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Zur AktienanalyseDas Segment der kollaborativen Roboter, sogenannten Cobots, entwickelte sich im vergangenen Jahr jedoch nur schwach. Die Zahl der Neuinstallationen sank um zwei Prozent auf 57.000 Einheiten. Zwar wird erwartet, dass dieses Segment langfristig stärker wachsen wird als das der klassischen Industrieroboter, doch der große Durchbruch ist bisher ausgeblieben. Die Branche setzt dabei auf Fortschritte in der Bedienbarkeit und Programmierung, die durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz unterstützt werden könnten.


