Rückgang bei neuen Ausbildungsverträgen in Deutschland
Geschlechterrollen im Wandel und klare Branchenvorlieben bei Azubis

Die Zahl der neuen Auszubildenden in Deutschland ist im Jahr 2024 erstmals seit dem pandemiebedingten Einbruch im Jahr 2020 wieder gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden rund 470.900 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von fast 9.000 entspricht. In den Jahren zuvor war die Zahl der neuen Azubis nach dem Tiefpunkt während der Corona-Krise kontinuierlich gestiegen. 2021 lag das Plus bei 0,6 Prozent, 2022 bei 0,8 Prozent und 2023 schließlich bei 2,1 Prozent. Die leichte Erholung der Vorjahre setzte sich damit nicht weiter fort.
Die Gesamtzahl aller Auszubildenden, einschließlich der höheren Lehrjahrgänge, blieb nahezu konstant. Sie lag bei 1.213.800 Personen und damit nur leicht unter dem Vorjahreswert von 1.216.600. Während sich die Gesamtzahlen kaum veränderten, zeigen sich langfristig deutliche Verschiebungen im Geschlechterverhältnis. 2024 war nur etwa ein Drittel der neuen Auszubildenden weiblich, der Anteil lag bei 36 Prozent. Vor zehn Jahren waren es noch rund 40 Prozent. Männer stellten entsprechend rund zwei Drittel der neuen Auszubildenden.
Trotz dieser Entwicklung deuten die Daten darauf hin, dass sich traditionelle Geschlechtergrenzen bei der Berufswahl zunehmend auflösen. Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für Berufe, die früher als männlich geprägt galten, während junge Männer vermehrt Ausbildungen in Bereichen wählen, die bislang eher von Frauen dominiert wurden. So stieg der Männeranteil bei den Friseurauszubildenden von 13 Prozent im Jahr 2013 auf 34 Prozent im Jahr 2023. In der Landwirtschaft lag der Anteil weiblicher Azubis 2023 bei 24 Prozent, verglichen mit 13 Prozent zehn Jahre zuvor. Auch bei Tischlern war ein Anstieg des Frauenanteils von elf auf 20 Prozent zu verzeichnen. Der Beruf der Berufskraftfahrerin wurde ebenfalls häufiger gewählt: Elf Prozent der entsprechenden Ausbildungsverträge entfielen 2023 auf Frauen, im Jahr 2013 waren es lediglich drei Prozent.
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Zur AktienanalyseBei der Wahl der Branche zeigten sich deutliche Präferenzen. Die meisten neuen Auszubildenden – rund 688.500 – begannen eine Ausbildung im Bereich Industrie und Handel. Weitere 337.800 entschieden sich für einen Beruf im Handwerk. In den freien Berufen wurden 111.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, im öffentlichen Dienst 41.500 und in der Landwirtschaft 31.700. In der Hauswirtschaft entschieden sich nur 3.300 junge Menschen für eine Ausbildung.


