Rückgang bei deutschen Gasimporten 2024
Exporte halbiert, Verbrauch gestiegen, Norwegen bleibt wichtigster Lieferant

Die deutschen Gasimporte sind im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen, wie aus vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht. Insgesamt beliefen sich die Gasimporte auf 865 Terawattstunden (TWh), während sie im Jahr 2023 noch 968 TWh betrugen. Damit setzte sich ein Trend zur Diversifizierung der Bezugsquellen fort, wobei Norwegen mit einem Anteil von 48 % der größte Lieferant war. Auf den weiteren Plätzen folgten die Niederlande mit 25 % und Belgien mit 18 %.
Die Gasexporte Deutschlands haben sich im gleichen Zeitraum mehr als halbiert. Während im Jahr 2023 noch 187 TWh exportiert wurden, sank diese Zahl im Jahr 2024 auf 89 TWh. Zu den wichtigsten Abnehmern gehörten die Niederlande, die Tschechische Republik und Österreich. Dieser Rückgang steht im Kontrast zum leichten Anstieg des deutschen Gasverbrauchs, der im Jahr 2024 bei 844 TWh lag. Das entspricht einer Zunahme von 3,5 % gegenüber dem Vorjahr.
Von der gesamten Gasmenge entfielen 39 % auf den Verbrauch durch Haushalte und Unternehmen, während 61 % von industriellen Kunden genutzt wurden. Diese Verteilung verdeutlicht die Bedeutung von Erdgas sowohl für private als auch für industrielle Anwendungen in Deutschland.
Der Rückgang der Importe ist vor dem Hintergrund der Bemühungen Deutschlands zu sehen, die Abhängigkeit von russischem Gas nach der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 zu reduzieren. Diese geopolitische Entwicklung hatte in den vergangenen Jahren zu hohen Gaspreisen geführt, die ihrerseits die Inflation antrieben und die Lebenshaltungskosten in Europa erheblich steigen ließen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDeutschland setzt weiterhin auf eine Diversifizierung seiner Energiequellen, um eine größere Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Die Zahlen der Bundesnetzagentur unterstreichen die Fortschritte in diesem Bereich und verdeutlichen gleichzeitig die Herausforderungen, die mit einem sinkenden Exportvolumen einhergehen.


