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Rückgang der Finanzierung belastet deutsche Biotech-Branche

Biotechnologie-Unternehmen kämpfen um Investitionen: Herausforderungen und Chancen in der Finanzierung

Rückgang der Finanzierung belastet deutsche Biotech-Branche

Biotech-Unternehmen in Deutschland haben mit einer deutlich geringeren Finanzierung zu kämpfen, nachdem der Corona-Boom abgeklungen ist, wie eine Studie der Beratungsfirma EY zeigt. Die Branche richtet ihren Fokus wieder auf "klassische Biotech-Themen" wie die Entwicklung von Krebsmedikamenten. Im Jahr 2022 ging die Kapitalaufnahme in der deutschen Biotechnologie-Branche um 67 Prozent zurück, von 2,4 Milliarden auf 812 Millionen Euro. Dieser Rückgang wurde auch auf europäischer Ebene verzeichnet, wo die Kapitalaufnahme um 65 Prozent sank. EY erklärt diesen Einbruch mit der Verunsicherung der Investoren aufgrund geopolitischer Konflikte, steigenden Zinsen und dem Rückzug von Anlegern, die während der Corona-Pandemie in Biotech-Unternehmen investiert hatten.

Trotz des Rückgangs der Finanzierung zeigt sich EY erfreut über die starke Produktpipeline deutscher Biotech-Unternehmen. Die Unternehmen haben mittlerweile eine Vielzahl von Produkten in fortgeschrittenen Phasen der klinischen Entwicklung, insbesondere im Bereich der Krebsforschung sowie bei Infektions- und Autoimmunerkrankungen. Im Jahr 2022 wurden deutsche Biotech-Unternehmen vermehrt Partnerschaften eingegangen, um den Zugang zu neuen Medikamenten sicherzustellen. Diese Allianzen hatten ein potenzielles Umsatzvolumen von 14,2 Milliarden Euro und stellten einen neuen Rekord dar.

Allerdings gibt es Kritik an den Finanzierungsbedingungen für die Biotechnologie-Branche in Deutschland. EY-Partner Klaus Ort betont, dass der Standort Deutschland im Bereich der Biotechnologie-Finanzierung im internationalen Vergleich hinterherhinkt. Insbesondere Unternehmen in der späten Entwicklungsphase benötigen hohe Investitionen. Die Risikokapitalfinanzierung bei Biotech-Unternehmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert. Die Branche fordert daher erleichterte Finanzierungsbedingungen für Investoren, darunter auch attraktivere Abschreibungsmöglichkeiten für Verluste. Die Finanzierung bleibt eine der größten Herausforderungen für die deutsche Biotechnologie-Branche.

Die Entwicklung komplexer Arznei-Wirkstoffe und Therapien sowie die Einführung von Technologien in den Bereichen Chemie und Landwirtschaft sind kosten- und zeitintensiv. Daher sind Biotech-Unternehmen auf hohe Investitionen angewiesen, die häufig von Geldgebern aus den USA bereitgestellt werden. In Deutschland fehlt es jedoch an Geldgebern, insbesondere für größere Summen, was sich negativ auf die Biotech-Branche auswirkt. Aus diesem Grund entscheiden sich Unternehmen wie BioNTech für einen Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq. Die deutsche Biotechnologie-Branche steht vor der Herausforderung, die Finanzierung zu verbessern, um ihr Potenzial voll ausschöpfen zu können.

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