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RTL+ kämpft um die Streaming-Krone

Ambitionierte Pläne und skeptische Experten: Kann RTL im Streamingmarkt erfolgreich sein?

RTL+ kämpft um die Streaming-Krone

RTL erweitert seinen Streamingdienst und strebt an, die drittgrößte Plattform auf dem deutschen Markt zu werden. Unter dem Slogan "Alles dabei, alles in einer App" präsentiert der Kölner TV-Sender sein überarbeitetes Angebot, RTL+. Bislang konzentrierte sich die Plattform hauptsächlich auf TV-Serien und Filme, aber jetzt bietet sie weit mehr. Neben Filmen, Serien und Live-Sport können Nutzer auch auf Musik, Hörbücher und digitale Magazinartikel von renommierten Publikationen wie "Stern," "Gala" oder "Brigitte" zugreifen.

Das Projekt RTL+ wurde mit über einem Jahr Verzögerung im August gestartet, und die Anwendungen für Smartphones und Tablets wurden aktualisiert. Bis Ende des Jahres wird der Dienst voraussichtlich auf den meisten Smart-TVs verfügbar sein. Dieses Streamingprojekt ist für die RTL-Gruppe von großer Bedeutung, da 670 Millionen Euro in seine Entwicklung investiert wurden, mehr als in jedes andere Einzelprojekt. Die Zukunft des traditionellen Fernsehens ist unsicher, da sich Zuschauer und Werbekunden zunehmend von diesem abwenden.

Um gegen etablierte Rivalen wie Netflix und Amazon Prime Video anzutreten, muss RTL im umkämpften Streaming-Markt bestehen. Ihr Ziel ist es, dauerhaft die drittgrößte Plattform in Deutschland zu werden, nach Netflix und Amazon Prime Video, aber noch vor Disney+. Ende September zählte RTL bereits 4,7 Millionen zahlende Abonnenten, was eine dreieinhalbfache Steigerung in den letzten drei Jahren bedeutet. Obwohl sie immer noch hinter Disney+ zurückliegen, konnten sie vor allem bei jüngeren Nutzern Marktanteile gewinnen.

Experten sind jedoch skeptisch, ob der Plan von RTL aufgehen wird. Einige glauben, dass das Angebot von digitalen Magazinbeiträgen eher für eine Nische als für die breite Masse geeignet ist. Dennoch ist RTL+ im Vergleich zu anderen Abonnementdiensten relativ preisgünstig und berücksichtigt die Preissensitivität der deutschen Streamingnutzer.

Die Bereitschaft der Menschen, ihre Streaming-Gewohnheiten zu ändern, bleibt jedoch fraglich, da viele bereits etablierte Dienste nutzen. Trotzdem versucht RTL, sich von der Konkurrenz abzuheben, indem es starke lokale Inhalte anbietet und die Möglichkeit zur Vernetzung von Inhalten von TV-Sendungen bis hin zu Podcasts bietet.

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