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Royalty-Junioren wollen Bewertungslücke in der Metallrally schließen

Steigende Metallpreise und wachsende Nachfrage nach Minenfinanzierungen eröffnen kleineren Royalty-Unternehmen neue Chancen gegenüber Branchenriesen.

Royalty-Junioren wollen Bewertungslücke in der Metallrally schließen

Kleinere Royalty-Unternehmen sehen in der aktuellen Metallrally ihre Chance. Steigende Rohstoffpreise und eine wachsende Nachfrage nach alternativen Minenfinanzierungen könnten ihnen helfen, die Bewertungslücke zu größeren Branchenvertretern zu schließen. Auf dem Rule Symposium on Resource Investment sprachen sich Führungskräfte von Ecora Royalties und Empress Royalty diese Woche klar für das Royalty-Modell aus.

Das Geschäftsmodell ist dabei denkbar einfach: Royalty- und Streaming-Firmen finanzieren Minenbesitzer im Austausch für einen Anteil am Umsatz oder vergünstigtes Metall. Aktionäre erhalten so einen Hebel auf Rohstoffpreise und Minenwachstum – ohne direkt operativen Kosten oder Risiken ausgesetzt zu sein. Der Haken: Royalty-Inhaber sind von Betreibern abhängig, die sie nicht kontrollieren.

„Wir besitzen keine Minen, wir mieten keine Lastwagen", erklärte Alexandra Woodyer Sherron, CEO von Empress Royalty, am Dienstag vor Investoren. „Wir haben nichts mit Arbeitskräften, Stückkosten oder Treibstoffkosten zu tun. Wir stellen Kapital zur Verfügung, damit unsere operativen Partner die Mine bauen können. Wenn die Produktion bei ihnen wächst, wenn die Mine erweitert wird oder zusätzliche Ressourcen entdeckt werden, partizipieren wir an diesem Aufwärtspotenzial, ohne zusätzliches Kapital aufwenden zu müssen."

Starke Quartalszahlen bei beiden Unternehmen

Die Zahlen sprechen für sich: Die in London ansässige Ecora Royalties (LON/TSX: ECOR; US-OTC: ECRAF) verdoppelte ihren Portfoliobeitrag im ersten Quartal auf 12,3 Millionen US-Dollar (17,5 Millionen kanadische Dollar), angeführt von Basismetallen. Empress Royalty (TSXV: EMPR; US-OTC: EMPYF) konnte ihren Umsatz im ersten Quartal sogar mehr als verdreifachen – auf 9,1 Millionen US-Dollar. Stärkere Produktion und höhere Metallpreise trieben die Erträge.

Führungskräfte beider Unternehmen betonen, dass Bergbauunternehmen zunehmend nach alternativen Finanzierungsquellen für Erweiterungen, Wiederinbetriebnahmen und neue Projekte suchen. Investoren bleiben gegenüber Kostenüberschreitungen weiterhin vorsichtig – ein Umfeld, das dem Royalty-Modell in die Hände spielt.

Ecora setzt auf Kupfer und kritische Mineralien

Ecora befindet sich in einem strategischen Wandel. Die australische Kokskohle-Royalty Kestrel, die einst das Geschäft antrieb, läuft aus, da sich der Minenplan auf Gebiete verlagert, für die Ecora keine Lizenzgebühren erhält. Das Unternehmen strebt an, nach 2030 kohlefrei zu sein und setzt künftig auf Kupfer und andere kritische Mineralien.

Dieser Wandel zeigte sich bereits im ersten Quartal deutlich. Der Beitrag der Basismetalle stieg um 152 Prozent auf 8,3 Millionen US-Dollar – obwohl einige Kobaltlieferungen von Vales Voisey's Bay in das zweite Quartal rutschten. Basismetalle machten im vergangenen Jahr bereits die Hälfte des Portfoliobeitrags aus und könnten bis 2030 rund 85 Prozent erreichen.

Die entscheidende Frage für Ecora lautet: Werden Investoren für künftiges Kupferwachstum bezahlen, bevor die Cashflows fließen? Das Unternehmen gibt an, dass sein zurechenbarer Kupferanteil in den nächsten zehn Jahren von weniger als 5 Millionen Pfund pro Jahr auf fast 20 Millionen Pfund steigen könnte, da mehrere Royalties in der Entwicklungsphase auf die Produktion zusteuern.

Empress setzt auf Edelmetalle mit klarer Wachstumsstory

Empress Royalty bietet das einfachere Edelmetall-Modell. Das in Vancouver ansässige Unternehmen besitzt vier produzierende Royalties und Streams, die an Gold- und Silberminen in Mexiko, Peru, Südafrika und Mosambik gebunden sind. Für das laufende Jahr erwartet Empress einen Umsatzanstieg auf rund 30 Millionen US-Dollar, nach 17 Millionen US-Dollar im Vorjahr.

Besonders hervorzuheben ist das Engagement bei der Tahuehueto-Mine. Empress investierte 5 Millionen US-Dollar in den Silber-Stream, während Luca die Mine fertigstellte. Seit Beginn der kommerziellen Produktion im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits 22 Millionen US-Dollar aus dieser Investition erhalten.

Diese Konzentration auf wenige Assets ist jedoch zweischneidig. Ein kleines Royalty-Unternehmen kann schnell wachsen, wenn eine oder zwei Minen gute Leistungen erbringen – aber Verfehlungen und Verzögerungen werden ebenso rasch sichtbar. So enthielt der Umsatz von Empress aus der Galaxy-Mine im ersten Quartal eine Nachlieferung von 200 Unzen aus einem Defizit des Vorjahres – eine Erinnerung daran, dass Royalty-Einnahmen unbeständig sein können, selbst wenn die Metallpreise helfen.

Das Kontrollproblem bleibt strukturell

Die grundlegende Einschränkung des Royalty-Modells ist die fehlende Kontrolle. Royalty-Unternehmen haben keinen Einfluss auf Minenpläne, Budgets, Personal, Genehmigungen, Versand oder Exploration. Sie verlassen sich oft auf öffentliche Bekanntmachungen und Prognosen der Betreiber für die Vermögenswerte, an denen sie beteiligt sind.

Ecora bekam dies im ersten Quartal zu spüren: Zeitpläne für den Versand verschoben sich, ein Teil des Kobalts aus Voisey's Bay fiel in das zweite Quartal, und Kestrel generierte keine Royalty-Einnahmen, da der Abbau außerhalb des privaten Royalty-Gebiets stattfand. Keiner dieser Rückschläge spiegelte die eigenen operativen Tätigkeiten von Ecora wider – beide beeinflussten dennoch die Ergebnisse.

Dennoch bleibt die Attraktivität des Modells für Privatanleger ungebrochen. Royalty-Unternehmen ermöglichen eine Beteiligung am Minenwachstum, ohne dass Dieselrechnungen, Lohnkosten oder Genehmigungsrisiken direkt auf die Bilanz durchschlagen – ein Merkmal, das in einem Umfeld steigender Metallpreise besonders gefragt ist.

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