Royal Caribbean scheitert mit Wasserpark-Projekt in Mexiko
Mexikos Regierung verweigert Umweltgenehmigungen für den geplanten „Perfect Day"-Park an der Karibikküste in Mahahual.

Royal Caribbean hat seine Pläne für einen großen Wasserpark an der südlichen Karibikküste Mexikos aufgegeben. Das mexikanische Umweltministerium verweigerte die notwendigen Genehmigungen, weil das Projekt zu invasive Auswirkungen auf das empfindliche Ökosystem in Mahahual hätte. Dies gab Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum am Mittwoch auf ihrer täglichen Pressekonferenz bekannt.
Die Küstenstadt Mahahual liegt in der Nähe geschützter Mangrovenwälder und des Mesoamerikanischen Riffs – dem zweitgrößten Korallenriff der Welt. Das Projekt hatte heftigen Widerstand von Anwohnern und Umweltaktivisten ausgelöst, die massive Bedenken wegen der Folgen des Massentourismus für dieses einzigartige Ökosystem geäußert hatten.
„Das Projekt wird dort nicht realisiert", sagte Sheinbaum unmissverständlich. Die Regierung befinde sich jedoch in Gesprächen mit Royal Caribbean, um die geplante Anlage möglicherweise an einen ökologisch weniger sensiblen Standort zu verlegen.
Milliarden-Investition auf der Kippe
Das gescheiterte Vorhaben war Teil einer geplanten Gesamtinvestition in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Das Projekt war einst vollmundig als „größtes, krassestes und kühnstes Reiseziel" beworben worden. Mexikanische Behörden hatten ursprünglich behauptet, die Anlage würde hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Sheinbaum erklärte, die Behörden hätten Royal Caribbean darüber informiert, dass alle drei mit dem Park verbundenen Genehmigungen abgelehnt wurden – darunter auch eine Genehmigung für einen Schiffsanleger. Royal Caribbean reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Nach der ursprünglichen Ablehnung hatte das Unternehmen jedoch erklärt, weiterhin optimistisch in Bezug auf Investitionen in Mexiko zu sein und andere Vorschläge mit den Beteiligten erörtern zu wollen.
Breitere Debatte über Massentourismus in Mexiko
Der Streit um das Mahahual-Projekt steht exemplarisch für eine grundsätzliche Auseinandersetzung über den Massentourismus an Mexikos Küsten. Obwohl Strände laut mexikanischer Verfassung öffentlich zugänglich sein müssen, kritisieren Anwohner und Aktivisten, dass große Resorts den Zugang zum Ufer in der Praxis häufig einschränken.
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Zur AktienanalyseFür Royal Caribbean bedeutet das Scheitern in Mahahual keinen vollständigen Rückzug aus Mexiko. Der Kreuzfahrtbetreiber treibt ein separates Beach-Club-Projekt auf der nahe gelegenen Insel Cozumel voran, das noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Cozumel ist einer der meistbesuchten Kreuzfahrthäfen der Karibik und gilt als wichtiger Anlaufpunkt für internationale Kreuzfahrtgesellschaften.
Der Fall zeigt, wie Umweltschutzinteressen und wirtschaftliche Entwicklungspläne in touristisch attraktiven Regionen zunehmend in Konflikt geraten. Für Investoren im Kreuzfahrtsektor verdeutlicht das Scheitern des Projekts, dass Genehmigungsrisiken – insbesondere in ökologisch sensiblen Gebieten – ein wesentlicher Faktor bei der Projektplanung sind.


