ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Rosneft meldet Gewinneinbruch nach Preisverfall

Setschin kritisiert OPEC-Strategie und starken Rubel als Belastung

Rosneft meldet Gewinneinbruch nach Preisverfall

Der russische Energiekonzern Rosneft hat im ersten Halbjahr 2025 einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Nettogewinn sank um mehr als 68 Prozent auf 245 Milliarden Rubel, was rund drei Milliarden US-Dollar entspricht. Unternehmenschef Igor Setschin erklärte, die schwachen Ölpreise seien eine direkte Folge der Produktionsausweitungen durch Saudi-Arabien und andere Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder. Nach Monaten ohne deutliche Kritik aus Moskau ist dies ein Hinweis auf wachsende Spannungen über die Strategie der OPEC+.

Setschin gilt seit langem als skeptisch gegenüber einer engen Zusammenarbeit mit dem Kartell. Bereits in der Vergangenheit hatte er betont, dass Produktionskürzungen durch die OPEC den Vereinigten Staaten zusätzlichen Raum verschafft hätten, ihre Förderung auszuweiten. Die USA haben sich in den letzten Jahren zum weltweit größten Ölproduzenten entwickelt. Trotz dieser Bedenken hatte Russland die jüngsten Beschlüsse der OPEC+, die Fördermengen schneller anzuheben, schließlich mitgetragen.

Die Gruppe der OPEC+ – bestehend aus den OPEC-Staaten und ihren Verbündeten unter Führung Russlands – hatte über Jahre hinweg Förderkürzungen umgesetzt, um die Preise zu stützen. Doch in diesem Jahr wurde die Strategie geändert. Ziel ist es nun, Marktanteile zurückzugewinnen, auch unter dem Eindruck politischer Forderungen aus den Vereinigten Staaten, die eine höhere Ölproduktion forderten. Laut Setschin sei der Preisverfall am Ölmarkt vor allem auf diese Ausweitungen durch Länder wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, den Irak und Kuwait zurückzuführen.

Für das vierte Quartal erwartet Rosneft zusammen mit führenden Energieagenturen einen weltweiten Angebotsüberschuss von 2,6 Millionen Barrel pro Tag. Im kommenden Jahr könnte sich dieser Überschuss etwas verringern und bei 2,2 Millionen Barrel täglich liegen. Die Einschätzungen deuten auf eine anhaltende Belastung für den Markt und damit auch für die Ertragslage großer Produzenten hin.

Neben den globalen Entwicklungen kritisierte Setschin erneut die Politik der russischen Zentralbank. Deren straffer geldpolitischer Kurs trage zu einem starken Rubel bei, was die Wettbewerbsfähigkeit der Exporte zusätzlich erschwere. Schon in der Vergangenheit hatte er wiederholt vor den Auswirkungen hoher Zinsen auf die heimische Industrie gewarnt.

Der Rückgang des Gewinns markiert eine der schwächsten Halbjahresbilanzen des Konzerns seit Jahren und verdeutlicht die Folgen des Überangebots auf dem globalen Energiemarkt. Für Russland, das stark von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft abhängig ist, bleibt die weitere Entwicklung der Preise eine zentrale Herausforderung.

RosneftFinanzenGewinneinbruch OPEC+Energie

Disclaimer