Rolex erhöht Golduhren-Preise erneut – Superreiche kaufen weiter
Trotz eines schwachen Luxusgütermarktes hebt Rolex die Preise für Golduhren erneut an – wohlhabende Käufer zeigen sich unbeeindruckt.

Rolex hat die Preise für seine Golduhren erneut angehoben. Der Schritt folgt auf eine bereits stärkere Erhöhung im Januar, die weder global noch spezifisch auf Gold ausgerichtet war. Die neuerliche Anpassung spiegelt die anhaltend starke Nachfrage nach Premiumprodukten wider – trotz eines insgesamt verhaltenen Luxusgütermarktes.
Besonders bemerkenswert ist, dass die wohlhabende Kundschaft auf die Preiserhöhungen kaum reagiert. Die Nachfrage nach exklusiven Zeitmessern aus Edelmetall bleibt robust, was die Preissetzungsmacht der führenden Uhrenmarken eindrucksvoll unterstreicht. Für Rolex, das als eine der begehrtesten Uhrenmarken der Welt gilt, scheinen Preiserhöhungen das Kaufverhalten seiner Zielgruppe kaum zu beeinflussen.
Cartier zieht mit deutlichen Preiserhöhungen nach
Rolex ist mit dieser Strategie nicht allein. Auch andere führende Luxusmarken haben zuletzt die Preise angehoben. Besonders auffällig ist der Schritt von Cartier, der zum Richemont-Konzern gehörenden Schmuck- und Uhrenmarke: Cartier erhöhte im vergangenen Monat die Preise für seine Golduhren um bis zu 10 Prozent. Dies geht aus Angaben von Mark Xu hervor, dem Marketingleiter der Forschungsplattform WatchCharts.
Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont (Ticker: CFR.S) bestätigte in seinem Geschäftsbericht, dass das Unternehmen moderate Preiserhöhungen bei seinen sogenannten Schmuckhäusern – den „Jewellery Maisons" – umgesetzt hat. Cartier zählt zu den prominentesten Marken in diesem Segment und ist ein bedeutender Umsatzträger des Konzerns.
Luxusgütermarkt unter Druck – Premiumsegment bleibt stark
Die Entwicklung ist vor dem Hintergrund eines insgesamt schwierigen Umfelds für die Luxusgüterbranche bemerkenswert. Viele Hersteller von Luxusgütern kämpfen mit einer nachlassenden Nachfrage, insbesondere in wichtigen Absatzmärkten wie China. Das oberste Preissegment – also Produkte, die sich ausschließlich an sehr wohlhabende Käufer richten – zeigt sich davon jedoch weitgehend unberührt.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger und Beobachter des Luxussektors ist die Entwicklung ein klares Signal: Die sogenannte „Ultra-Luxury"-Strategie, bei der Marken bewusst auf Massenmarkt-Zugänglichkeit verzichten und stattdessen Exklusivität durch hohe Preise zementieren, erweist sich auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten als tragfähiges Geschäftsmodell. Rolex und Cartier demonstrieren damit, dass Preiserhöhungen im absoluten Premiumsegment keine Nachfrageeinbußen bedeuten müssen – im Gegenteil können sie die Begehrlichkeit sogar steigern.
Die Entwicklung bei Rolex und Cartier dürfte auch andere Luxusuhren- und Schmuckhersteller ermutigen, ähnliche Preisanpassungen vorzunehmen. Beobachter der Branche werden genau verfolgen, ob die Nachfrage auf diesem Niveau stabil bleibt oder ob auch die wohlhabendste Kundschaft irgendwann eine Schmerzgrenze erreicht.


