Rohstoffmangel: SUV-Trend verstärkt Knappheit bei seltenen Erden
Der Boom der Geländewagenindustrie verschärft das Problem des Rohstoffmangels bei kritischen Mineralien

Die steigende Nachfrage nach SUVs und Elektroautos hat Auswirkungen auf den Mangel an seltenen Erden und anderen wichtigen Rohstoffen. Während in China der Wuling Hongguang Mini EV, ein kleiner E-Flitzer, große Beliebtheit genießt, werden in Deutschland solche Kleinwagen immer seltener produziert. Stattdessen werden die Fahrzeuge immer größer, was den Bedarf an Kobalt, Nickel und seltenen Erden erhöht. Diese Rohstoffe sind teuer und ihr Abbau belastet die Umwelt, oft auch unter Einsatz von Kinderarbeit.
Kobalt, Nickel und seltene Erden sind entscheidend für die Produktion von E-Auto-Batterien. Damit steht und fällt der Erfolg des Umstiegs vom Verbrennungsmotor auf elektrische Antriebe. Doch der Trend zu immer größeren Autos, insbesondere SUVs, verschärft den Mangel an diesen Rohstoffen. Experten warnen, dass der Bedarf an kritischen Rohstoffen für Elektrofahrzeuge bis 2050 erheblich steigen wird.
Besonders begehrt sind Batterien mit hohem Kobaltanteil aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit. Allerdings ist die Lieferkette für Kobalt problematisch, da die größten Vorkommen in der Demokratischen Republik Kongo liegen, wo oft Kinder in den Minen arbeiten. Trotz Bemühungen der Industrie, den Kobaltanteil zu reduzieren und den Anteil von Nickel zu erhöhen, ist man in der industriellen Produktion noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem auf ein Gramm Kobalt und ein Gramm Mangan acht Gramm Nickel kommen.
Neben Kobalt sind auch andere Rohstoffe für die E-Mobilität von Bedeutung. Die meisten davon stammen aus China, wie zum Beispiel Magnesium, das für die Produktion von Aluminium verwendet wird. Da die europäischen Autos immer größer werden, insbesondere im SUV-Segment, ist eine "SUV-isierung" der Elektromobilität festzustellen. Dieser Trend ist ineffizient und verursacht einen höheren Materialverbrauch.
Die Autobauer sind von Profitmaximierung getrieben und setzen auf größere Autos, da diese profitabler sind. Deutsche Hersteller haben möglicherweise den frühen Einstieg in die Batterieproduktion verpasst und können derzeit keine massentauglichen, kostengünstigen Elektro-Kleinwagen produzieren. Die Automobilbranche argumentiert hingegen, dass sie die Nachfrage der Verbraucher bedient und dass größere Autos auch Sicherheitsaspekte, wie größere Knautschzonen, berücksichtigen.
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Zur AktienanalyseUm den Rohstoffbedarf zu senken, sollen ab 2026 etwa 90 Prozent des verwendeten Kobalts recycelt werden. Das Recycling von Batterien wird ebenfalls als wichtig angesehen, kann aber bei starkem Wachstum der E-Mobilität nur einen begrenzten Beitrag leisten. Es wird auch an der Entwicklung von Batterien mit besser verfügbaren Materialien gearbeitet.
Der Trend zu immer größeren Autos und der Mangel an seltenen Erden stellen Herausforderungen für die E-Mobilität dar. Um Umweltbelastungen zu begrenzen, ist es notwendig, den Anteil kleinerer E-Autos zu erhöhen. Doch der SUV-Trend wird durch falsche Anreize, wie beispielsweise Dienstwagenregelungen, verstärkt. Eine Verkehrswende sollte daher die individuellen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen und alternative Lösungen wie den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Betracht ziehen.


