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Rohstoffknappheit bedroht die Energiewende

Die steigende Nachfrage nach Mineralien und Metallen gefährdet die Erreichung der Klimaziele bis 2050

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Rohstoffknappheit bedroht die Energiewende

Die jüngste Weltklimakonferenz in Dubai hat die Hoffnung genährt, dass die Pariser Klimaziele bis 2050 erreicht werden können, da die Staaten sich auf die Abkehr von fossilen Energieträgern geeinigt haben. Dieser ehrgeizige Plan erfordert jedoch eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und Elektrifizierung der Mobilität, was paradoxerweise zu einem Anstieg der Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen führt.

Eine alarmierende Tatsache ist, dass die Herstellung von Zukunftstechnologien, wie Elektrofahrzeugen und Offshore-Windkraftanlagen, erheblich rohstoffintensiv ist. Ein Elektrofahrzeug benötigt im Vergleich zu einem Verbrennerfahrzeug im Durchschnitt das Sechsfache an Mineralien, und eine Offshore-Windkraftanlage benötigt neunmal mehr Mineralien als ein herkömmliches Gaskraftwerk. Daher ist der Bedarf an Mineralien für die Stromerzeugungseinheiten seit 2010 um 50 Prozent gestiegen.

Besonders problematisch ist dabei die Umweltauswirkung des Bergbaus, der eine hohe Wassernutzung und Emissionen verursacht. Zusätzlich gibt es geopolitische Risiken, die mit der Gewinnung endlicher Rohstoffe verbunden sind. Experten betonen daher, dass neben der Energiewende auch eine Rohstoffwende erforderlich ist, um die Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen.

Ein bedeutender Faktor bei der Rohstoffknappheit ist das Element Gallium. Dieses bläulich-silberne Metall wird hauptsächlich als Beiprodukt der Aluminiumgewinnung gewonnen und ist äußerst selten. Es wird für die Herstellung von Halbleitern und Solarzellen benötigt. Die UBS-Analysten prognostizieren, dass die Nachfrage nach Gallium bis 2050 um das Neunfache der aktuellen Produktionsmenge steigen wird, was es zu einem der größten Risiken bei der Erreichung der Klimaziele macht.

Gallium ist besonders anfällig für Preisschwankungen und strukturelle Angebotslücken. Die Gewinnung dieses Rohstoffs geht mit hohem Wasserverbrauch und Umweltrisiken einher. Da derzeit etwa 90 Prozent des Galliums aus China stammen und Peking Exportbeschränkungen erlassen hat, steht die Verfügbarkeit dieses Rohstoffs unter starkem geopolitischem Risiko.

Ein weiterer wichtiger Rohstoff für die Energiewende ist Lithium, das vor allem in Elektrofahrzeugen verwendet wird. Die Nachfrage nach diesem Batteriemetall wird voraussichtlich bis 2050 um das Zehnfache der aktuellen Produktion steigen. Obwohl Lithium geringere geopolitische Risiken als Gallium aufweist, wird es in trockenen Bergbauregionen gewonnen, was ein zusätzliches Risiko darstellt.

Interessanterweise hat der Preis für Lithium trotz der erwarteten Nachfragesteigerung und des Angebotsrisikos in letzter Zeit geschwächelt, aufgrund eines aktuellen Angebotsüberschusses und verlangsamten Wachstums der E-Auto-Nachfrage.

Vanadium wird nicht nur in der Stahlherstellung verwendet, sondern spielt auch eine wichtige Rolle in Vanadium-Redox-Flow-Batterien, die bei erneuerbaren Energiesystemen eingesetzt werden. Die UBS-Experten prognostizieren, dass die Nachfrage nach Vanadium bis 2050 um das Siebenfache der aktuellen Produktionsmenge steigen wird.

Grafit, ein wichtiger Rohstoff in Lithium-Ionen-Batterien, wird vor allem bei der Umstellung auf Elektromobilität benötigt. Die Nachfrage nach Grafit soll bis 2050 um das 2,7-Fache der aktuellen Produktion steigen.

Des Weiteren werden Rohstoffe wie Zink, Nickel, Kobalt und Kupfer in großen Mengen benötigt. Unter dem Net-Zero-Szenario könnte die Nachfrage bis 2050 mehr als 100 Prozent der heute bekannten Reserven verbrauchen. Dies stellt eine zusätzliche Herausforderung dar, da diese Rohstoffe in verschiedenen Sektoren der erneuerbaren Energiewirtschaft und Elektronikindustrie benötigt werden.

Die Rohstoffknappheit ist daher eine entscheidende Hürde auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft, die es zu bewältigen gilt, wenn die Klimaziele bis 2050 erreicht werden sollen.

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