Rohstoffimporte nach China brechen im Mai ein
Preisbewegungen, Zölle und Binnenproduktion beeinflussen Handelsentwicklung deutlich

Chinas Importe wichtiger Rohstoffe sind im Mai zurückgegangen. Betroffen waren unter anderem Rohöl, Kohle, Eisenerz und Kupfer. Lediglich bei Erdgas war ein leichter Anstieg zu verzeichnen: Die eingeführte Menge lag bei 10,11 Millionen Tonnen, was einen Zuwachs gegenüber den 9,67 Millionen Tonnen im April darstellt. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich allerdings ein Rückgang um elf Prozent.
Die Rohöleinfuhren sanken im Mai auf 10,97 Millionen Barrel pro Tag. Damit lagen sie 6,2 Prozent unter dem Wert von April mit 11,69 Millionen Barrel täglich. Auch im Vergleich zum März mit 12,1 Millionen Barrel pro Tag, dem höchsten Stand seit August 2023, ergibt sich ein Rückgang. Die Importe von Eisenerz betrugen 98,13 Millionen Tonnen und lagen somit unter den 103,14 Millionen Tonnen aus dem Vormonat sowie den 102,03 Millionen Tonnen aus dem Mai des Vorjahres.
Bei Kohle wurden im Mai 36,04 Millionen Tonnen aller Qualitäten eingeführt. Dies bedeutet ein Minus von 4,7 Prozent gegenüber dem April und einen Rückgang von 17,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Kupferimporte lagen bei 427.000 Tonnen und damit ebenfalls unter den 438.000 Tonnen aus April sowie deutlich unter den 514.000 Tonnen vom Mai 2024.
Die rückläufigen Einfuhren lassen sich nicht allein auf die wirtschaftliche Lage Chinas zurückführen. Monatliche Schwankungen sowie Preisentwicklungen zum Zeitpunkt der Vertragsabschlüsse spielen eine wichtige Rolle. So fielen beispielsweise die Rohölimporte im Januar und Februar, als die Preise im Anstieg begriffen waren. Die Erholung der Importe im März und April erfolgte, nachdem die Preise gefallen waren. Im Mai hingegen wurden die Lieferungen zu einem Zeitpunkt bestellt, als die Preise wieder anstiegen.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAuch geopolitische Faktoren wie Sanktionen auf Schiffsbewegungen wirkten sich aus. Chinas Importe von iranischem Öl schwankten zuletzt stark. Im Mai lagen sie laut Schätzungen bei 743.500 Barrel pro Tag, könnten im Juni jedoch auf 1,48 Millionen Barrel steigen. Eisenerzimporte dürften ebenfalls durch moderate Preissteigerungen im April beeinflusst worden sein. Kupfer hingegen wurde vermehrt in die USA geliefert, wo aufgrund erwarteter Zölle höhere Preise erzielt wurden. Die Nachfrage dort ließ Metall aus China abfließen. Bei Kohle sorgten starke inländische Produktion und niedrige Preise für geringeren Importbedarf.


