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Rohölpreise steigen nach überraschendem Lagerabbau

US-Nachfrage zieht an, Markt blickt auf Iran und OPEC+

Rohölpreise steigen nach überraschendem Lagerabbau

Die Ölpreise haben ihre Aufwärtsbewegung fortgesetzt, nachdem neue Daten einen überraschend starken Rückgang der US-Rohöllagerbestände zeigten. Die Notierungen für Brent-Rohöl stiegen um 15 Cent auf 67,83 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 20 Cent auf 65,12 US-Dollar zulegte. Beide Benchmarks hatten bereits am Vortag um fast ein Prozent zugelegt und damit frühere Verluste in der Woche wettgemacht.

Analysten sehen in den aktuellen Lagerbestandsdaten ein Signal für eine robuste Nachfrage in den Vereinigten Staaten. Insbesondere die sogenannte „Driving Season“, die in den Sommermonaten für gewöhnlich einen erhöhten Benzinverbrauch mit sich bringt, sei laut Experten der ANZ Bank mittlerweile voll im Gange. Das gehe auch aus Regierungszahlen hervor, die einen Rückgang der US-Rohölvorräte in der Woche bis zum 20. Juni um 5,8 Millionen Barrel zeigen – deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 797.000 Barrel.

Auch die Benzinvorräte entwickelten sich entgegen den Prognosen. Statt eines leichten Aufbaus um rund 381.000 Barrel fiel der Bestand um 2,1 Millionen Barrel. Die gelieferte Menge an Benzin, die als Indikator für die tatsächliche Nachfrage gilt, stieg auf den höchsten Stand seit Dezember 2021.

Laut Ökonom Yuki Takashima von Nomura Securities zieht ein Teil der Marktteilnehmer aus diesen Zahlen den Schluss, dass die US-Nachfrage nach Rohöl und Produkten widerstandsfähig sei. Zugleich verwies er auf die Unsicherheit im Nahen Osten, insbesondere mit Blick auf den Waffenstillstand zwischen Iran und Israel, als belastenden Faktor für die Preisentwicklung.

Die geopolitische Lage bleibt ein bestimmender Einflussfaktor. Während US-Präsident Donald Trump die rasche Beilegung des Konflikts zwischen Iran und Israel lobte, kündigte er Gespräche mit Teheran über dessen Nuklearprogramm an. Gleichzeitig bekräftigte er, dass die Vereinigten Staaten ihre Politik des „maximalen Drucks“ gegenüber dem Iran nicht aufgegeben hätten, obwohl eine Lockerung der Sanktionen zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes denkbar sei.

Im Hintergrund rückt auch die künftige Förderpolitik des OPEC+-Bündnisses erneut in den Fokus. Russlands Rosneft-Chef Igor Setschin erklärte, dass eine geplante Anhebung der Fördermengen möglicherweise um rund ein Jahr vorgezogen werden könnte. Marktbeobachter erwarten in den kommenden Wochen weitere Signale zur Produktionsstrategie des Rohöl-Kartells.

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