Rocket Lab vs. SpaceX: Welche Weltraum-Aktie lohnt sich jetzt?
Nach starken Kursrückgängen rücken Rocket Lab und SpaceX wieder in den Fokus von Anlegern – ein direkter Vergleich beider Weltraum-Aktien.

Nach einer Phase der Überhitzung hat der Weltraum-Sektor an der Börse deutlich Federn gelassen. Rocket Lab (RKLB) notiert fast 60% unter seinem 52-Wochen-Hoch, während SpaceX (SPCX) seit seinem Börsengang im Juni rund 40% an Wert verloren hat. Der Abwärtstrend beider Aktien begann etwa zeitgleich mit dem Börsendebüt von SpaceX. Für Anleger stellt sich nun die Frage: Bieten diese Kursrückgänge eine echte Einstiegschance?
Beide Unternehmen operieren in einem Markt mit enormem Wachstumspotenzial. Schätzungsweise eine Million Satelliten sollen in den kommenden Jahren in den Orbit gebracht werden – verglichen mit rund 15.000 aktiv im Einsatz befindlichen Satelliten heute. Dieser gewaltige Auftragsbestand kommt Startanbietern wie SpaceX und Rocket Lab direkt zugute, da kaum ein Wettbewerber in vergleichbarer Weise von diesem Boom profitieren kann.
Enormes Wachstumspotenzial, aber unterschiedliche Ausgangspositionen
SpaceX ist der klare Marktführer im Bereich Startdienstleistungen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4 Milliarden US-Dollar. Mit dem bevorstehenden Debüt der Starship-Rakete plant das Unternehmen, seine Marktstellung weiter auszubauen. Hinzu kommt der Internetdienst Starlink, der 2025 einen Umsatz von 11,4 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete und im Jahresvergleich um 50% wuchs.
Rocket Lab ist deutlich kleiner: Der Umsatz im Bereich Raketenstarts belief sich 2025 auf lediglich 199 Millionen US-Dollar. Mit dem geplanten Debüt der eigenen größeren Rakete Neutron – voraussichtlich noch in diesem Jahr oder 2027 – soll das Wachstum jedoch deutlich beschleunigt werden. Zudem hat Rocket Lab die Übernahme von Iridium für 8 Milliarden US-Dollar angekündigt, um einen eigenen vertikal integrierten Satellitendienst aufzubauen. Bis zum Niveau von SpaceX ist es jedoch noch ein weiter Weg.
Beide Unternehmen werden von ihren Gründern geführt, was in der Weltraumbranche als Vorteil gilt. Rocket Lab wurde von Peter Beck in Neuseeland aufgebaut – ein ungewöhnlicher Ausgangspunkt für einen der modernen kommerziellen Weltraumgiganten. Beck verfügt über eine beeindruckende Erfolgsbilanz bei Raketenstarts und konzentriert sich seit zwei Jahrzehnten konsequent auf dieses Geschäft.
SpaceX steht unter der Führung von Elon Musk, der das Unternehmen zu außergewöhnlichen Leistungen geführt hat. Musk plant nun massive Investitionen in KI-Rechenzentren – sowohl auf der Erde als auch im Orbit. Sollte dieses Vorhaben gelingen, könnte es extrem profitabel sein. Scheitert es jedoch, drohen Anleger in den kommenden Jahren Verluste in Milliardenhöhe zu verzeichnen. Dieses Risiko unterscheidet SpaceX klar von dem fokussierteren Ansatz von Rocket Lab.
Bewertung: Beide Aktien bleiben teuer
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Zur AktienanalyseBeim Börsengang von SpaceX wiesen beide Unternehmen ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von über 100 auf – ein für Unternehmen dieser Größe beispielloser Wert. Inzwischen ist die Marktkapitalisierung von Rocket Lab auf 38 Milliarden US-Dollar gesunken, während SpaceX mit einer Marktkapitalisierung von 1,5 Billionen US-Dollar weiterhin zu den wertvollsten Unternehmen der Welt zählt.
Bei einem direkten Vergleich erscheint Rocket Lab derzeit als der attraktivere Kauf. Als kleineres Unternehmen kann ein höherer Bewertungsmultiplikator eher gerechtfertigt sein, da das Wachstumspotenzial relativ zur Unternehmensgröße größer ist. Dennoch gilt: Zu den aktuellen Preisen schafft es keines der beiden Unternehmen in ein konservatives Portfolio – die Bewertungen bleiben ambitioniert, und Anleger sollten das erhebliche Risiko beider Investments nicht unterschätzen.


