Rocket Internet HV: Samwer und der Kampf mit Minderheitsaktionären
Auf der Hauptversammlung von Rocket Internet brodelt es: Gründer Oliver Samwer und verbliebene Minderheitsaktionäre streiten weiter.

Die Hauptversammlung der Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet am Mittwoch verlief alles andere als harmonisch. Gründer und Chef Oliver Samwer hätte die verbliebenen Minderheitsaktionäre wohl am liebsten gar nicht erst dabei gehabt – das Verhältnis zwischen beiden Seiten ist seit Jahren tief zerrüttet.
Der Ursprung des Konflikts liegt im Herbst 2020. Damals zog sich Rocket Internet aus dem regulierten Börsenhandel zurück. Seitdem ist die Aktie lediglich im Freiverkehr der Börse Hamburg gelistet – ein deutlicher Rückschritt in puncto Handelbarkeit und Transparenz für Anleger.
Delisting als Zündstoff
Das damalige Delisting-Angebot empfanden viele Minderheitsaktionäre als Affront. Die Konditionen, zu denen Samwer die verbliebenen Anteilseigner aus dem regulierten Markt drängte, stießen auf breite Ablehnung – und diese Verärgerung hält bis heute an.
Inzwischen hält Oliver Samwer 82,66 Prozent der Anteile an Rocket Internet. Der Streubesitz ist damit auf ein Minimum geschrumpft. Für die verbliebenen Minderheitsaktionäre bedeutet das: wenig Einfluss, wenig Liquidität und ein schwieriges Umfeld, um ihre Anteile zu fairen Konditionen zu veräußern.
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Zur AktienanalyseDer Fall Rocket Internet verdeutlicht ein grundsätzliches Problem, das Privatanleger kennen sollten: Ein Delisting aus dem regulierten Markt kann die Position von Kleinaktionären erheblich schwächen. Ohne die Schutzvorschriften des regulierten Handels sind Minderheitsaktionäre deutlich schlechter gestellt – sowohl beim Informationszugang als auch bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

