Roche stoppt Lungenkrebstherapie-Testreihe
Ergebnisse enttäuschen – Börse reagiert mit Kursverlusten für Roche-Aktie

Roche hat eine bedeutende Testreihe zur Behandlung von Lungenkrebs vorzeitig beendet, nachdem die Ergebnisse nicht den erhofften Erfolg brachten. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil die Kombination aus der Krebs-Immuntherapie Tiragolumab, dem ebenfalls von Roche entwickelten Medikament Tecentriq und einer Chemotherapie bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs weder das Ziel des progressionsfreien Überlebens noch das Gesamtüberleben der Patienten verbessern konnte. Das Pharma- und Diagnostikunternehmen gab am Donnerstag bekannt, dass der Medikamentencocktail in einer klinischen Studie weniger wirksam war als die Kombination der Merck-Krebsmedikamente Keytruda und Chemotherapie.
Levi Garraway, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung bei Roche, äußerte sich enttäuscht über die Ergebnisse. Er erklärte, dass man gehofft hatte, dass die Kombination aus Tiragolumab und Tecentriq bessere Ergebnisse für Patienten mit metastasiertem nicht-squamösem Lungenkrebs bringen würde. Angesichts der enttäuschenden Resultate entschloss sich Roche, die Phase-II/III-Testreihe SKYSCRAPER-06 abzubrechen. In dieser Testreihe wurde untersucht, ob der Einsatz von Tiragolumab und Tecentriq in Kombination mit einer Chemotherapie als Erstbehandlung für Patienten mit dieser Lungenkrebsform wirksam sein könnte. Das Sicherheitsprofil des Medikamentencocktails entsprach laut Roche den bisherigen Erfahrungen mit anderen Tiragolumab-Kombinationen.
Roche forscht weiterhin an Tiragolumab in mehreren klinischen Studien, um seinen Einsatz gegen verschiedene Lungenkrebsformen zu überprüfen. Das Unternehmen wird aufgrund der jüngsten Ergebnisse evaluieren, ob Anpassungen am laufenden Tiragolumab-Programm notwendig sind. Dieser Rückschlag ist nicht der erste für das Medikament, das auf dem sogenannten TIGIT-Wirkmechanismus basiert. Tiragolumab wirkt, indem es an TIGIT bindet, einen Rezeptor auf den Zellen des Immunsystems, der normalerweise verhindert, dass das Immunsystem gesunde Zellen angreift. Einige Krebsarten nutzen TIGIT, um dem Angriff durch Immunzellen zu entgehen und ungehindert weiterzuwachsen.
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Zur AktienanalyseDie Nachricht über das Scheitern der Testreihe führte auch an der Börse zu negativen Reaktionen. Der Aktienkurs von Roche sank um 2,1 Prozent, was das Unternehmen zum größten Verlierer unter den Schweizer Standardwerten und den europäischen Gesundheitswerten machte. Analyst Michael Kunz von der Luzerner Kantonalbank wies darauf hin, dass das Scheitern von Tiragolumab ein herber Rückschlag für die Pharmasparte von Roche ist, insbesondere nachdem die Krebsmittel Alecensa und Inavolisib zuletzt positive Nachrichten lieferten. Analysten hatten ursprünglich Milliardenumsätze für Tiragolumab prognostiziert, was die Enttäuschung über den Rückschlag noch verstärkte.


