Rivian-Aktie bricht ein: Kapitalerhöhung über 1,4 Milliarden Dollar belastet
Trotz starker Auslieferungszahlen im zweiten Quartal schickte eine massive Aktienemission die Rivian-Aktie auf Talfahrt.

Die Aktie von Rivian Automotive (RIVN) geriet am Dienstag stark unter Druck, nachdem der US-amerikanische Elektrofahrzeughersteller eine umfangreiche Kapitalerhöhung angekündigt hatte. Das Unternehmen plant, 75 Millionen neue Aktien zu verkaufen, um frisches Kapital zu beschaffen. Basierend auf den aktuellen Kursen könnte das Aktienangebot mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar einbringen.
Zusätzlich räumte Rivian den beteiligten Konsortialbanken eine 30-tägige Option zum Kauf weiterer 11,25 Millionen Aktien ein. Den Erlös will das Unternehmen zur Finanzierung seiner Wachstumsinitiativen sowie für Eigenkapitalbeiträge im Zusammenhang mit einem Darlehen des US-Energieministeriums verwenden.
Starke Auslieferungszahlen konnten Kursrückgang nicht verhindern
Dabei hatte Rivian erst kurz zuvor mit erfreulichen Nachrichten aufgewartet: Im zweiten Quartal lieferte das Unternehmen 12.194 Fahrzeuge aus und übertraf damit die eigene Prognose von 9.000 bis 11.000 Auslieferungen deutlich. Starke Verkaufszahlen bei den Pickups und Lieferwagen des Unternehmens trugen maßgeblich zu diesem überdurchschnittlichen Ergebnis bei.
Die positiven Auslieferungsdaten veranlassten Rivian, sein Auslieferungsziel für das Gesamtjahr 2024 anzuheben. Statt der ursprünglich prognostizierten 62.000 bis 67.000 Fahrzeuge peilt das Unternehmen nun 65.000 bis 70.000 Auslieferungen an. Diese Meldung trieb die Anleger zunächst dazu, die Aktie des E-Auto-Herstellers nach oben zu kaufen.
Verwässerungseffekt schreckt Anleger ab
Die anschließend angekündigte Kapitalerhöhung bremste die Euphorie jedoch abrupt. Der Aktienverkauf erinnerte Investoren daran, dass Rivian noch weit von einer nachhaltigen Profitabilität entfernt ist. Für Aktionäre bedeutet eine solche Emission eine Verwässerung ihrer bestehenden Anteile – ein klassisches Problem wachstumsstarker, aber noch verlustschreibender Unternehmen.
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Zur AktienanalyseDas Muster ist für Rivian-Anleger nicht neu: Selbst wenn der E-Auto-Neuling gute operative Leistungen erbringt, folgen auf positive Nachrichten häufig Aktienemissionen, die Kursgewinne stoppen oder sogar zunichtemachen können. Dies kann für alle außer den geduldigsten Langfristinvestoren frustrierend sein. Viele Aktionäre entschieden sich daher für einen Verkauf.
Für deutsche Privatanleger, die Rivian im Blick haben, verdeutlicht dieser Vorgang ein grundlegendes Risiko bei Investitionen in junge Elektrofahrzeughersteller: Solange ein Unternehmen noch keine nachhaltige Profitabilität erreicht hat, bleibt die Notwendigkeit zur Kapitalaufnahme ein ständiger Begleiter – und damit auch das Risiko weiterer Verwässerungen für bestehende Aktionäre.

