„Rivals" Staffel 2: Der Bonkbuster wird plötzlich ernster
Die zweite Staffel der Erfolgsserie hält am bewährten Mix aus Sex und Slapstick fest, gewinnt aber überraschend an dramatischer Tiefe.

Die zweite Staffel von Rivals ist mit Spannung erwartet worden – und sie liefert. Basierend auf Jilly Coopers Erotik-Bestseller hatte die erste Staffel mit ihrer völligen Abwesenheit von Ernsthaftigkeit ein treues Publikum gefunden. Die Serie nutzte die Exzesse der 1980er Jahre, um eine Kombination aus leidenschaftlichem Drama und Slapstick-Komödie zu schaffen – vergleichbar mit einem Carry-On-Film für die moderne Ära. Zügellose Gier, unbeschwerte Zudringlichkeiten und Mode aus hoch entzündlichen Materialien erhielten eine skurrile Generalüberholung.
Für die zweite Staffel gibt es nur wenige Änderungen an der Grundformel. Es gibt reichlich Sex, wobei die Kamera schwitzend auf muskulösen, nackten Hinterteilen in verschiedenen Verrenkungen verweilt. Die wohlhabenden Bewohner von Rutshire treiben es weiterhin bunt – und die Zuschauer dürfen erneut genießen.
Clevere Erzählstruktur für den Überblick
Falls es mitunter schwerfällt, den Überblick zu behalten, wer mit wem schläft oder wer in der Vergangenheit was mit wem hatte, leistet die Serie solide Arbeit bei der Zusammenfassung der Affären. Die fiktive Produktionsfirma Corinium hat eine neue Late-Night-Gossip-Show namens Uncensored in Auftrag gegeben, moderiert von der Abgeordnetengattin Sarah Stratton (Emily Atack) und der Journalistin Beattie (Annabel Scholey). Sie wissen genau, wo die Leichen im Keller liegen, und sind – praktisch für die Zuschauer im echten Leben – bereit, alle Geheimnisse vor laufender Kamera zu enthüllen. Verleumdung scheint in diesem Karussell aus ländlichen Eskapaden schlicht nicht zu existieren.
Die inszenierten Kapriolen sind so lebhaft wie eh und je. Wenn Sarah versucht, eine Dinnerparty auszurichten, die junge Taggie (Bella Maclean) zum Kochen engagiert, aber behauptet, das Essen selbst zubereitet zu haben, ist das eine fantastisch unterhaltsame Farce, choreografiert mit dem Auge eines Komikers. Es bleibt auch Raum für Zärtlichkeit, etwa in der schwelenden Zuneigung zwischen der Romanautorin Lizzie (Katherine Parkinson) und dem Selfmade-Mann Freddie – gespielt von Danny Dyer, der weiterhin einer der Hauptgründe ist, die Serie überhaupt zu sehen.
Ernstere Töne und politischer Kontext
Die erste Staffel konzentrierte sich auf die wachsende Anziehungskraft zwischen Taggie und dem lokalen Casanova und konservativen Abgeordneten Rupert Campbell-Black (Alex Hassell). Klugerweise behandelt die Serie diese Paarung nun mit etwas mehr Sanftheit und rückt sie weiter in den Hintergrund. Die auffälligste Veränderung aber ist eine andere: Rivals fühlt sich plötzlich spürbar ernster an.
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Zur AktienanalysePassenderweise schreiben wir das Jahr 1987 – ein Wahljahr. Falls die heutigen britischen Zuschauer den Wahlstress noch nicht satt haben, bietet diese Staffel reichlich davon, inklusive schmutziger Tricks und öffentlicher Skandale. Und natürlich ist David Tennants Über-Bösewicht Lord Tony Baddingham, der am Ende der ersten Staffel von seinen Angestellten und seiner ehemaligen Geliebten Cameron (Nafessa Williams) dem Tod überlassen wurde, auf Rache aus – an Cameron, an seinem Feind Rupert und an Venturer, Coriniums Konkurrenten in der Welt der Fernsehproduktionsfirmen.
Einige der Handlungsstränge, insbesondere jene über die TV-Branche, ziehen sich ein wenig in die Länge. Rivals bräuchte mehr Slapstick, mehr dieser Kapriolen, um die Dinge so leichtfüßig zu halten, wie sie sein müssen, damit es wirklich funktioniert. Als Seitenhieb auf die Eigenheiten der englischen Oberschicht stellt sich eine Frau als „Muffy. Kurzform für Caroline" vor – einer der besten Sätze der gesamten Staffel. Er ist ein Beweis dafür, dass Rivals am stärksten ist, wenn es seine alberne Seite annimmt und sein Schicksal als fröhliches Spektakel akzeptiert.


