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Risk-on-Rally: Kann der Softwaresektor jetzt wieder aufholen?

Die Erholung bei Risikoanlagen treibt den Nasdaq 100 nach oben – und könnte auch überverkaufte Softwareaktien mitreißen.

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Risk-on-Rally: Kann der Softwaresektor jetzt wieder aufholen?

Die jüngste Erholung an den globalen Aktienmärkten hat den Nasdaq 100 kräftig nach oben getrieben. Der Index nähert sich wieder seinem Allzeithoch von 26.182 Punkten und hat dabei wichtige gleitende Durchschnitte zurückerobert. Ausgelöst wurde die Bewegung vor allem durch nachlassende geopolitische Spannungen, die Risikobereitschaft der Anleger spürbar erhöht haben.

Laut Paul Ciana, technischem Strategen bei der Bank of America, hat das verbesserte makroökonomische Umfeld das Potenzial, auch den stark überverkauften Softwaresektor nach oben zu ziehen. Bemerkenswert ist zudem, dass der Nasdaq 100 den S&P 500 derzeit übertrifft: Das NDX/SPX-Verhältnis ist aus einem mehrmonatigen Abwärtstrendkanal nach oben ausgebrochen – ein technisch positives Signal.

Ciana hält es für plausibel, dass die Korrektur von Oktober 2025 bis April 2026 ein Rücksetzer der vierten Welle war. Dies „öffnet die Tür für einen bedeutenden Anstieg der fünften Welle in den Sommermonaten", so der Analyst. Die Kursziele auf der Oberseite liegen im Bereich von 27.000 bis 28.000 Punkten, mit einem Potenzial von bis zu 29.500 Punkten.

Vorsicht vor der Bullenfalle

Trotz des positiven Ausblicks mahnt Ciana zur Vorsicht. „Die Geschwindigkeit der Erholung erinnert an eine Bullenfalle oder eine ‚X'-Welle, die zwei Korrekturphasen verbindet", stellte er fest. Eine scharfe Umkehr vom aktuellen Niveau würde laut dem Analysten eher das Risiko einer ausgedehnten Korrektur als einer neuen Aufwärtsbewegung erhöhen.

Der Softwaresektor gehörte zu den am härtesten getroffenen Bereichen des Aktienmarktes. Der iShares Expanded Tech-Software ETF (IGV) fiel von seinem Höchststand im September um bis zu 37 Prozent auf ein jüngstes Tief nahe 74 US-Dollar, bevor eine Stabilisierung einsetzte. Momentum-Indikatoren wie RSI und MACD beginnen nun nach oben zu drehen, und der ETF versucht, seinen gleitenden 200-Wochen-Durchschnitt bei rund 82 US-Dollar zurückzuerobern.

Ciana sieht das Potenzial für die Formation einer Schulter-Kopf-Schulter-Basis als Teil einer dreiwöchigen Sommerrallye bis auf etwa 95 US-Dollar. Gleichzeitig warnt er vor dem Risiko einer tieferen fünften Welle bis in den Bereich von 66 bis 63 US-Dollar.

Fünf Softwareaktien im technischen Check

Der BofA-Stratege analysierte fünf wichtige Softwareaktien auf ihre Bodenbildungspotenziale. Das Ergebnis fällt differenziert aus:

Oracle

sticht mit dem klarsten technischen Setup hervor. Nach einem Rückgang von rund 60 Prozent gegenüber dem Höchststand 2025 hält die Aktie langfristige Unterstützung nahe 135 US-Dollar und zeigt einen potenziellen Doppelboden. Ein nachhaltiger Schlusskurs über 171,76 US-Dollar würde das Muster bestätigen und den Weg in Richtung 207 bis 215 US-Dollar ebnen.

Microsoft

zeigt mit einem Minus von rund 35 Prozent gegenüber seinen Höchstständen erste Anzeichen einer Erholung aus dem überverkauften Bereich in Richtung 413 bis 430 US-Dollar, wenngleich eine bestätigte Bodenbildung noch aussteht.

Palantir

testet einen spekulativen Doppelboden im Bereich der niedrigen 120 US-Dollar. Eine initiale Rallye auf 160 bis 163 US-Dollar wäre nötig, um das Muster zu bestätigen – bärische MACD-Signale und schwache relative Performance bleiben jedoch ein Risiko.

Salesforce

bleibt der am stärksten belastete Wert der Gruppe. Trotz einer frühen RSI-Divergenz nahe der Unterstützung bei 160 US-Dollar sind Trend- und relative Signale weiterhin weitgehend ungünstig.

Palo Alto Networks

konsolidiert an einer wichtigen Unterstützung im 140-US-Dollar-Bereich, wobei sich das Momentum zu verbessern beginnt. Dies deutet auf ein potenzielles Aufwärtspotenzial bis 191 US-Dollar hin, sofern ein Boden bestätigt wird.

Für deutsche Anleger, die in US-Technologiewerte investiert sind oder dies planen, bleibt die Lage also zweischneidig: Die technischen Signale hellen sich auf, doch eine nachhaltige Trendwende im Softwaresektor ist nach Einschätzung der Bank of America noch nicht bestätigt. Selektives Vorgehen und ein klares Risikomanagement bleiben daher das Gebot der Stunde.

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