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Rio Tinto startet 1,5-Milliarden-Dollar-Erweiterung in Quebec

Der Bergbaukonzern baut seine kohlenstoffarme AP60-Aluminiumhütte in Arvida massiv aus und verdreifacht die Produktionskapazität.

Rio Tinto startet 1,5-Milliarden-Dollar-Erweiterung in Quebec

Rio Tinto (NYSE, LSE, ASX: RIO) hat mit dem Bau einer 1,5 Milliarden US-Dollar teuren Erweiterung seiner AP60-Aluminiumhütte am Standort Arvida in der kanadischen Provinz Quebec begonnen. Das Großprojekt zielt darauf ab, die Produktion von emissionsarmem Primäraluminium deutlich zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in Nordamerika zu stärken.

Konkret werden 96 neue AP60-Elektrolysezellen hinzugefügt, wodurch sich die jährliche Produktionskapazität mehr als verdreifacht. Nach dem vollständigen Hochlauf bis zum 31. Dezember soll die Hütte jährlich rund 220.000 Tonnen Aluminium produzieren – ein Zuwachs von 160.000 Tonnen gegenüber dem bisherigen Niveau.

„Die neu erweiterte AP60-Hütte stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und das Angebot für unsere Kunden in Nordamerika, erhöht die Effizienz unserer Betriebe in Quebec und reduziert unsere CO2-Emissionen im Vergleich zur alten Arvida-Hütte um etwa 290.000 Tonnen pro Jahr", erklärte Jérôme Pécresse, CEO von Rio Aluminium und Lithium.

Besonders emissionsarme Technologie

Die AP60-Technologie gehört laut Rio Tinto zu den kohlenstoffärmsten Aluminium-Verhüttungsverfahren, die weltweit im kommerziellen Maßstab betrieben werden. Angetrieben durch Wasserkraft verursacht das Verfahren nach Unternehmensangaben nur etwa ein Siebtel der Treibhausgasemissionen des globalen Branchendurchschnitts. Damit positioniert sich Rio Tinto gezielt als Lieferant für Abnehmer aus der Automobil-, Bau- und Verpackungsindustrie, die zunehmend auf emissionsärmere Materialien setzen.

Die Erweiterung wurde erstmals 2023 genehmigt und erhielt finanzielle Unterstützung von bis zu 113 Millionen US-Dollar durch die Regierung von Quebec. Während der Bauphase wurden in Spitzenzeiten mehr als 1.500 Arbeitsplätze geschaffen; dauerhaft werden rund 100 Festangestellte in der erweiterten Hütte beschäftigt sein.

Schrittweise Ablösung der alten Hütte

Die neue AP60-Kapazität soll gleichzeitig die schrittweise Schließung älterer Elektrolyselinien in der historischen Arvida-Hütte ausgleichen, die voraussichtlich im nächsten Monat abgeschlossen sein wird. Parallel dazu entwickelt Rio Tinto in der Nähe eine Recyclinganlage, um Post-Consumer-Aluminium in seine Produkte zu integrieren.

Der Standort Arvida hat eine lange Geschichte: Die ursprüngliche Hütte wurde bereits in den 1920er Jahren vom Aluminiumkonzern Alcan errichtet – Jahrzehnte vor der späteren Übernahme durch Rio Tinto. Dank der reichhaltigen Wasserkraftressourcen der Region etablierte sich Saguenay als eines der weltweit bedeutendsten Aluminiumzentren. Die AP60-Pilotanlage nahm 2013 den Betrieb auf und gilt seither als Vorzeigeprojekt für Rio Tintos Schmelztechnologie der nächsten Generation.

Quebec als globales Zentrum für grünes Aluminium

Quebec zählt zu den weltweit wichtigsten Produzenten von kohlenstoffarmem Aluminium, da nahezu alle Hütten der Provinz mit erneuerbarer Wasserkraft betrieben werden. Das Metall aus der Region beliefert nordamerikanische Automobilhersteller, Getränkedosenproduzenten sowie Luft- und Raumfahrtunternehmen, die verstärkt nach emissionsärmeren Werkstoffen suchen.

Darüber hinaus treibt Rio Tinto die Entwicklung von Elysis voran – einer kohlenstofffreien Aluminium-Schmelztechnologie, die Sauerstoff als Nebenprodukt erzeugt. Das Projekt wird mit Unterstützung der kanadischen Bundesregierung in Ottawa sowie der Provinzregierung Quebec entwickelt, und eine Demonstrationsanlage befindet sich derzeit im Bau.

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