Rio Tinto setzt auf Lithium trotz Preisverfall
Überangebot drückt Preise – Nachfrage durch E-Mobilität und Speicher wächst weiter

Der Bergbaukonzern Rio Tinto setzt trotz eines drastischen Preisverfalls auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Lithium. Der Preis für Lithiumhydroxid ist seit dem Hoch im Jahr 2022 um 90 Prozent gefallen und zeigt derzeit keine Anzeichen einer Erholung. Mehrere Produzenten arbeiten laut der Beratungsfirma Wood Mackenzie inzwischen mit null oder negativen Margen. Auch der weltgrößte Lithiumförderer Albemarle hat Maßnahmen zur Kostensenkung ergriffen und neue Projekte verschoben.
Im Gegensatz dazu verfolgt Rio Tinto eine expansive Strategie und bleibt bei seiner positiven Einschätzung zur langfristigen Entwicklung des Lithium-Marktes. Das Unternehmen hat den US-amerikanischen Hersteller Arcadium für 6,7 Milliarden US-Dollar übernommen und kooperiert mit staatlichen Institutionen in Chile bei zwei neuen Projekten. Damit setzt Rio Tinto auf eine künftige Marktverknappung, die gegen Ende des Jahrzehnts erwartet wird.
Der Preisverfall ist auf ein starkes Überangebot zurückzuführen. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) stieg die weltweite Lithiumproduktion im Jahr 2024 um über 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigen chinesische Anbieter bislang kaum Bereitschaft, ihre Produktion zu drosseln. Die hohe Angebotsmenge verdeckt jedoch die robuste Nachfrage. Nach IEA-Angaben wuchs der weltweite Verbrauch im vergangenen Jahr um 30 Prozent – ein Zuwachs, der dem gesamten Marktvolumen des Jahres 2018 entspricht.
Haupttreiber der Nachfrage bleibt der Bereich der Elektrofahrzeuge. Der Absatz von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben stieg laut der Analysefirma Rho Motion im Jahr 2024 um 25 Prozent und im ersten Quartal 2025 um weitere 29 Prozent. Auch der Einsatz von Lithium in Energiespeichersystemen nimmt stark zu, da Stromnetze zunehmend auf erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Sonnenkraft setzen. Rio Tinto prognostiziert für die Lithium-Nachfrage ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über zehn Prozent bis 2040.
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Zur AktienanalyseLithium bleibt trotz technischer Fortschritte in der Batterietechnologie das zentrale Element. Während der Einsatz teurerer Metalle wie Kobalt und Nickel zurückgeht, stieg der Lithiumverbrauch im März um 30 Prozent. Neue Entwicklungen wie Natrium-Ionen-Batterien, die vor allem vom chinesischen Unternehmen CATL vorangetrieben werden, gelten nur bei hohen Lithiumpreisen als wettbewerbsfähig. Der aktuelle Preisverfall könnte daher die Dominanz von Lithium auf absehbare Zeit sichern.


